Einer Einladung des Admirals a.D. Titta (Präsident I.M.C., A.N.M.I.) folgend, begab ich mich am 17. September 2005 an Bord des im Hafen von La Spezia liegenden Zerstörers ARDITO, um an einer Gedenkveranstaltung für alle auf See gebliebenen Menschen teilzunehmen.
Im Rahmen dieser Zeremonie wurde es mir ermöglicht, das Wort zu ergreifen und den aus verschiedenen europäischen Ländern kommenden Versammlungsteilnehmern das traurige Schicksal der JUMINDA und deren Besatzung vorzutragen (meinem ehemaligen Bad Schwartauer Realschul-Lehrer Herrn J. Mietzelfeld, der mir die Rede in die englische Sprache übersetzte, ein herzliches Dankeschön!)
Das Ehepaar Brill, welches ebenfalls zur Gedenkveranstaltung für die auf See Gebliebenen eingeladen war, vor dem Zerstörer ARDITO
Die Kränze für die auf See Gebliebenen werden dem Mittelmeer übergeben
Frau und Herr Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill mit Alessandro Dondoli (Mitte) im Hafen von Santa Liberata (bei Porto Santo Stefano)
Am nächsten Morgen hatte ich dann Gelegenheit, zusammen mit Alessandro Dondoli sowie Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill (Sohn des am 22.10.1943 gefallenen JUMINDA-Kommandanten Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill) und seiner Ehefrau Susanne (welche am Vortag ebenfalls an der Zeremonie auf dem Zerstörer ARDITO teilgenommen hatten) die Sinkstelle des Minenschiffes aufzusuchen.
Mit einem motorisierten Schlauchboot brachte uns Claudio Amerini, der das Wrack der JUMINDA im Jahr 2002 gefunden hat, zum Ort der Tragödie.
Es war ein unvergesslicher Augenblick, als auf dem Bildschirm des Sonar-Gerätes das Wrack-Profil der JUMINDA sichtbar wurde. Über 90 Meter unter uns lag nun das durch zwei Torpedotreffer versenkte Fahrzeug, das zum nassen Grab für die meisten Besatzungsangehörigen wurde.
Über der Sinkstelle der JUMINDA wird das Wrack des Schiffes sichtbar
Ca. 70 m entfernt liegt das zerstörte Heckteil des Minenschiffes
Nach einer kurzen Ansprache übergaben wir der See Blumen und gedachten den Opfern des Schiffsuntergangs. Lange blickten wir dem Gesteck, das von den Wellen langsam fort getrieben wurde, hinterher.
In tiefer Trauer, aber auch in der Hoffnung, dass diese Menschen ihren Frieden gefunden haben, nahmen wir dann wieder Kurs auf den Hafen von Santa Liberata (unweit Porto Santo Stefano), wo Claudio Amerini uns ein von ihm gefertigtes Video vom Wrack der JUMINDA präsentierte und das Versprechen gab, die ihm von uns überreichte Gedenkplatte auf dem Minenschiff niederzulegen.
Dr. Ing. Karl-Friedrich Brill an der Sinkstelle der JUMINDA. Stilles Gedenken an seinen berühmten Vater.
Zeichnung: Claudio Amerini
Mein großer Wunsch - einmal die Sinkstelle der JUMINDA zu besuchen und sich dem Vater meiner Mutter ganz nah zu fühlen - hat sich erfüllt. Der Deutsche Marinebund und die ASSOCIAZIONE NAZIONALE MARINAI D´ITALIA (A.N.M.I.) sowie meine Freunde Alessandro Dondoli, Claudio Amerini und das Ehepaar Brill haben maßgeblich zur Realisierung beigetragen. Ich bin ihnen, aber auch jener göttlichen Macht, die mich zu diesem Ort führte, zu ganz besonderem Dank verpflichtet.
An der Untergangsstelle der JUMINDA
Artikel über JUMINDA in der Tageszeitung "IL TiRRENO" vom 30.07.2002
Artikel über JUMINDA in der Tageszeitung "IL TiRRENO" vom 30.07.2002
Il Tirreno 25.09.2002
Lübecker Nachrichten 18./19. 12.2005
JUMINDA in 1:600
David Gregory (http://ptdockyard.com/)hat für mich ein Modell der JUMINDA (Maßstab: 1:600) gebaut. Herzlichen Dank, mein Freund!
Ende Juni
2010 konnte ich mir den Wunsch erfüllen, Giglio kennenzulernen. Zusammen mit
meinem Freund Alessandro Dondoli fuhr
ich nach Porto Santo Stefano, jenen wunderhübschen Ort, den ich fünf Jahre
zuvor erstmalig in Augenschein nehmen durfte.
Alessandro
und ich gingen hier an Bord der ISOLA
DEL GIGLIO, um uns von diesem Fährschiff auf die Insel bringen zu lassen. Während
die meisten anderen Passagiere die schöne Aussicht auf das blaue Meer genossen und sich von den Strahlen
der Sonne wärmen und bräunen ließen, dachte ich an die letzte
Fahrt der JUMINDA, die hier am 22.Oktober 1943 unter so tragischen Umständen
endete. Als sich unser Schiff etwa auf Höhe der Untergangsstelle der JUMINDA befand, übergab Alessandro mir eine Rose, die er aus seinem in Piombino befindlichen Garten mitgebracht hatte. Der Wind blies uns kräftig ins
Gesicht, als wir an der Reling standen und gemeinsam in jene Richtung blickten,
wo mein Großvater Karl-Heinz Waack und die meisten seiner Kameraden ihre letzte
Ruhestätte fanden. Dann ließ ich die Rose ins Wasser fallen und schaute ihr hinterher, wie
sie von den Wellen fortgetragen wurde. Innerlich
ebenfalls ganz tief bewegt, legte
Alessandro einen Arm um mich; er wusste nur zu gut, was ich gerade fühlte.
Gute Freunde
muss man haben – danke, Alessandro!
Auf dem Weg von Monte Argentario nach Giglio
Kurs auf Insel Giglio
Isola del Giglio
28.06.2010
Dem Großvater wieder einmal ganz nah...
Zwischen Porto Santo Stefano und Giglio liegt das nasse Grab der JUMINDA und des Großteils der Besatzung
IHR SEID NICHT VERGESSEN!
Porto Giglio
Giglio Porto
Giglio Porto
Porto Giglio
Blick auf jene Stelle, wo am Abend des 13.1.2012 das Kreuzfahrtschiff COSTA CONCORDIA kenterte
Gedenken wir den Menschen, die bei dieser Tragödie ihr Leben lassen mussten
Giglio Porto
Giglio Porto
Porto Giglio
Giglio Porto
Porto Giglio
Porto Giglio
Giglio Porto
Fährschiff ISOLA DEL GIGLIO
Giglio Porto
Isola del Giglio
Isola del Giglio
Blick von Giglio auf Monte Argentario
Porto Santo Stefano
Porto Santo Stefano
Porto Santo Stefano
Porto Santo Stefano
Porto Santo Stefano
Porto Santo Stefano
Giglio-Campese
Giglio-Castello
Porto Ercole auf Monte Argentario
M I T T E L M E E R
Voller Liebe gebe ich mich meinen Gedanken hin,
es ist so schön, in Dir zu schwimmen
Jeder Deiner Wellenschläge ergibt einen Sinn,
mit jedem Deiner nassen Tropfen lässt Du mich gewinnen
Ich sehe fröhliche Kinder um mich herum,
sie genießen Dich, mein Mittelmeer
Ich ziehe meine Bahnen und bleibe stumm,
meine Gedanken wiegen viel zu schwer
Die Wasserbälle fliegen über mich hinweg;
ich fange sie nicht auf
Mitzuspielen hat keinen Zweck,
denn ich schaue nicht zu ihnen, sondern zu Großvater hinauf
In Dir, diesem Meer, hat er sein Leben verloren,
im Innern eines Wracks ruht sein Körper für alle Zeit
In Deiner Tiefe wurde er neu geboren,
machte er sich für sein nächstes Leben bereit
Ich wünschte, er könnte in meiner Nähe sein
und Du könntest ihn jetzt glücklich machen
Es wäre so schön, wir könnten blicken in denselben Sonnenschein
und in Deinen blauen Fluten von Leibeskräften lachen
(Manfred Krellenberg, 13.10.2011)
Piombino
Auch wenn sich ein wichtiger Kreis in meinem Leben
geschlossen hat, so sind etliche Fragen noch zu beantworten, ist Vieles
noch zu erledigen.
Ich wünsche mir, all jene Erfahrungen, deretwegen ich im Februar
1964 auf diese Welt gekommen bin, gemacht zu haben, wenn sich eines
Tages mein Geist auf den Weg macht, um
wieder dorthin zu gelangen, wo meine Seele zu Hause ist.
Und
wenn sich dann jenes erfüllt, woran ich glaube, dann schöpfe ich dort
wieder jene Kraft, die ich benötige, um mich
dem nächsten Lernprozess zu unterziehen - irgendwann und irgendwo in der
unendlichen Weite des Universums und in welcher Form dieses auch immer
sein mag.
Aber das alles hat - hoffentlich - noch recht viel Zeit.....
Großvater,wie oft denke ich an jene Nacht, die Dir hat im Krieg den frühen Tod gebracht Wie oft bin ich in meinen Gedanken ganz nah bei Dir und wünschte,Du könntest sein im HIER und JETZT mit mir
Ich seh´Dich vor mir mit Deinen damals 26 Jahren und blicke auf einen jungen Mann mit dunkelblonden Haaren Ich schaue mir immer wieder Deine Fotos an und bin ganz traurig, dass ich Dich nicht berühren kann
Dein Schicksal erfüllte sich in wenigen Sekunden Ein nasses Grab hast Du im Mittelmeer gefunden Du ruhst für immer in der Tiefe der See, bewacht von meinem Herzen, das mir tut so weh
Großvater, was gäbe ich dafür, Dich kennenzulernen Was täte ich alles, um jene Nacht aus der Geschichte zu entfernen, sie aus dem Gewesenen zu streichen, damit wir könnten uns die Hände reichen
Was bleibt mir aber anderes übrig, als zu warten, bis wir uns eines Tages werden treffen in Gottes Garten
(Manfred Krellenberg, 16.01.2010)
Gewisse Augenblicke tun richtig gut
In Sekunden ergießt sich die schönste Flut Sämtliche Minuten mit Dir sind Hauptgewinne Stundenlang raubst Du mir die Sinne Tage ohne Dich müssten schnell vergeh´n Monatslöhne nur aus Deinen Küssen besteh´n Unsere gemeinsamen Jahre genießen wir Dich für immer - das wünsch´ ich mir Doch was bedeutet schon die Zeit angesichts der Unendlichkeit
unserer Empfindungen und Gefühle
Ja, es ist wahre und ganz große LIEBE
(Manfred Krellenberg, 03.08.2010)
Wenn die Sonne sich morgens dem Himmel entgegen schiebt bin ich es, der an Dich denkt und der Dich liebt
Wenn meine Blicke abends zu den Sternen schweifen sind es meine Hände, die in Gedanken nach Dir greifen
Wenn der Tag zu Ende geht ist es mein Herz, in dem der Wind der totalen Sehnsucht weht
Wenn ich schlafe und von Dir träume geh ich mit Dir in für Andere verschlossene Räume
Und wenn ich mit Dir im Rausch der Liebe bin gibst Du meinem Leben einen wahren Sinn
(Manfred Krellenberg, 28.12.2010)
Wo Wahrheit und Phantasie sich zart berühren, zieht es mich magisch hin
Wo geheimste Wünsche residieren, ich mit Dir am Liebsten bin
Wo die Lust die Sehnsucht in die Arme nimmt, fängt unsere Liebe an
Wo ich Dich habe als mein Ziel bestimmt, ich am schönsten träumen kann
Wo Mond und Sterne uns Licht bereiten, haben Sorgen keine Chance
Wo wir durch unser Traumland schreiten, ist jede Farbe voller Elégance
Wo wir der Vernunft die Macht entziehen, befindet sich unser Liebesnest
Wo Du und ich vor dem Alltag fliehen, ist jeder Augenblick ein Freudenfest
Wo Du bist, möchte ich für immer sein
- dann hätte ich ewigen Sonnenschein
(Manfred Krellenberg, 30.12.2010)
Ich begleite Dich auf all Deinen Wegen WO DU GIBST MEINEM LEBEN DEN RICHTIGEN DRALL Zusammen gehen wir durch Sonne und Regen GEMEINSAM BRINGEN WIR DEN STÄRKSTEN GEGNER ZU FALL In einer anderen Dimension wir uns im Traum bewegen IN WELTEN, DIE UNS NIEMAND NIMMT In unseren Sehnsüchten wir uns auf Land begeben DAS NUR FÜR UNSERE HERZEN IST BESTIMMT Unsere Wünsche dort in Erfüllung gehen WO WIR UNS GANZ TIEF IN DIE AUGEN SCHAUEN In uns die Flaggen der Liebe und Geborgenheit wehen DORT, WO WIR EINANDER GANZ FEST VERTRAUEN
(Manfred Krellenberg, 02.01.2011)
Drohst Du im Meer der Sorgen zu ertrinken? Befürchtest Du, im Sumpf der Ängste zu versinken?
Dann schau hinauf in das Sternenzelt und befrei Dich von den Problemen dieser Welt!
Du blickst in Gegenwart und Vergangenheit, siehst förmlich die Unendlichkeit
Du spürst, wie es Dir gleich besser geht Du merkst, Negatives wird aus dem ICH gefegt
Deine Augen sehen unzählige Sonnen Dein Herz fühlt das Glück mit schnellen Schritten kommen
Was Dich eben noch hat stark belastet, ist plötzlich fort, von Dir gehastet
Der Blick in den Himmel tut Dir gut und Du fasst wieder neuen Mut
Sie schwinden nach und nach, die Sorgen Hast Du Dich eben noch gegrault vor dem nächsten Morgen, gewinnt Deine Lebensfreude nun wieder die Oberhand, sieht Deine schiffbrüchige Seele wieder rettendes Land
Du schöpfst neue Hoffnung und neue Kraft Du spürst ihn fließen, den Lebenssaft Ja, die Weite des Universums hat Dir wieder Energie verschafft
(Manfred Krellenberg, 14.01.2011)
DIE GRENZE
Du hast dich tief in meine Seele eingegraben, bist für alle Zeit in mir präsent Obwohl die Menschen wollten dich nicht mehr haben, zeigst du dich als unzerstörbares Element
Auf deine Wiederkehr ist stets Verlass; gelegentlich träume ich von dir Nein, ich hege keinen Hass, weil du noch lebst in mir
Du bist schon längst Vergangenheit, dich braucht keiner mehr Doch fühle ich zu jeder Zeit, dass deine Existenz war folgenschwer
Im Traum streife ich auch heute noch an dir entlang, mein Zollhund ARIE ist stets mit dabei Grenzdienst vom Abend bis zum Sonnenaufgang, dann erst ist unsere Schicht vorbei
Wir halten Wacht für unser Land; es kann sich auf uns verlassen Das Fernglas stets in meiner Hand, um keinen Augenblick zu verpassen
Uns begleitet tiefe Einsamkeit, die Nacht will nicht zu Ende gehen Keine Abwechslung weit und breit, nur der endlos lange Zaun ist zu sehen
Ihr DDR-Grenzsoldaten da drüben im Osten, was mögt ihr jetzt wohl denken? Seid ihr hellwach auf eurem Posten oder lasst ihr euch gerade von Träumen lenken?
Wenn ihr eure Augen öffnet, müsst ihr wie ich realisieren, dass diese Grenze existiert schon längst nicht mehr Aber es wird immer wieder erneut passieren, dass sie findet in unseren nächtlichen Gedanken Wiederkehr
(Manfred Krellenberg,23.01.2011)
Wer sich für meine Erlebnisse an der damaligen Grenze zur DDR und insbesondere für den Grenzraum Lübeck interessiert, der ist herzlich eingeladen, die Homepage der Grenzdokumentations-Stätte Lübeck e.V. zu besuchen
ewig sehe ich in Deine Augen, die uns zu besten Freunden machten
(Manfred Krellenberg, 05.11.2011)
Zollhund Arie
Am Ende meines Lebens
Es ist soweit - nun bin ich erlöst von allen Schmerzen und glücklich, auch wenn Trauer herrscht in euren Herzen
Ich habe meine Erfahrungen gemacht, derentwegen ich bin einst auf diese Welt gekommen, deshalb ist es in Ordnung, dass mein Körper wird mir nun genommen
Jetzt lasst mich wieder dorthin reisen, wo ich zu Hause bin und gebt meiner Seele das Gefühl, das alles hat seinen ganz bestimmten Sinn
Ich sehe meine zurück gelassene Hülle; sie wirkt leer Ich schwebe über meinem Körper und ich wundere mich sehr, dass ich nicht einmal entsetzt bin, dass mein Herz schlägt nicht mehr
Alles ist so neu und anders und doch so vertraut Es kümmert mich nicht, dass ihr ängstlich auf die Monitore schaut, wo euch eine gerade Linie gibt zu verstehen, dass ich dabei bin, heimzugehen
Nun lasst es gut sein; ihr habt eure Pflicht getan Andererseits ist vielleicht meine Chance vertan, noch heute dorthin zurückzukehren, wo die wahre Liebe wohnt, dort, wo das hellste, wärmste und schönste Licht über Allem thront
(Manfred Krellenberg, 30.01.2011)
Ist es Zufall, dass mein Vater auf einer Intensivstation (Sana Klinik, Lübeck) starb?
Am 3.4.2011, nur wenige Wochen, nachdem dieses Gedicht entstanden ist....
M.Krellenberg
Mein lieber Vater, Manfred Krellenberg, geboren am 4.4.1937.
Er verstarb am 3.4.2011, einen Tag vor seinem 74. Geburtstag.
Auf Wiedersehen, Papa. Ich liebe Dich!
Ich bin stolz, Deinen Namen zu tragen!
Dieses Gedicht möchte ich meinem lieben Vater widmen:
Stürme der Trauer fegen über mich hinweg
und legen mein Schiff bedrohlich auf die Seiten
Ängste und Sorgen schlagen meine Hülle leck
und könnten mir ein Grab bereiten
Wasser dringt in großen Mengen ein,
immer schwerer wird mein Boot
Nein, das darf nicht mein Ende sein
- Vater, bitte hilf mir in meiner Not
Du warst an meiner Seite auch in schwerer Zeit
- ja, Du warst immer da, wenn ich Dich rief
Ich weiß, Du stehst auch jetzt für mich bereit
- ist meine Lage auch noch so schief
Wo Du auch immer bist, ich vertraue Dir
und gebe das Steuerrad nun in Deine Hand
Ich bin ganz zuversichtlich, dass Du wirst helfen mir
wieder zu betreten das rettende Land
Du änderst den Kurs und führst mich ins Licht
Stärkster Wind und höchste Wellen besiegen mich nicht
Ich ertrinke nicht im Meer der Ängste und Sorgen
Vater, dank Deiner Liebe gibt es für mich auch ein Morgen
(Manfred Krellenberg, 23.04.2011)
Ich denke so gerne an Dich und bin glücklich, dass es Dich gibt für mich Ich nehme Dich gedanklich an meine Hand und begebe mich mit Dir in jenes Land, das auf keiner Karte ist zu finden, dessen Grenzen nur wir beide überwinden
Keiner wird uns hier mehr stören, wir werden jetzt nur noch uns gehören In unseren Armen werden wir uns geborgen fühlen und das unendliche Verlangen nach einander spüren
Ganz zärtlich werden wir mit einander verschmelzen Voller Leidenschaft werden wir uns auf dem Feld der Liebe wälzen, werden wir uns an einander berauschen und den Stimmen unserer geheimsten Wünsche lauschen Unsere Liebe fängt jeden Augenblick aufs Neue an, weil uns der graue Alltag zu keiner Zeit besiegen kann (Manfred Krellenberg 4.2.2011)
Ich tauche ab in Träume, jenseits vom HIER und JETZT Ichflüchte mich in Räume, wo man meine Seele nicht verletzt
Vielleicht entferne ich mich vom Leben, von der unerbittlichen Wirklichkeit, vielleicht lasse ich auch nur mein ICH erheben und rebelliere gegen jegliche Unfreiheit
Wann werde ich jene Dimension überwinden, die mich jetzt noch auf die Gegenwart beschränkt, wann werde ich entsprechende Antworten finden, wer wird es sein, der sie mir schenkt?
Wie weit muss ich reisen, bis ich bin am Ziel angekommen? Wie viele Sonnen sind zu umkreisen, bis sämtliche Fragezeichen werden mir genommen?
Licht des Lebens, ich vertraue Dir und lege mein ICH in Deine Hand Zeige meine Grenzen mir, wenn ich bereit bin für die Reise in jenes Land, das von unendlicher Güte wird regiert und allein aus wahrer L I E B E existiert
(Manfred Krellenberg, 18.03.2011)
Anfang und Ende sind wie Du und ich;
ohne einander können sie nicht sein
Schwarz und Weiß ergänzen sich
wie Regen und Sonnenschein
Unser Leben ist das reinste Kontrastprogramm;
genieße es zu jeder Zeit
Verschiebe das jetzt Mögliche nicht auf Irgendwann,
auch wenn Du denkst, Du bist dazu noch nicht bereit
Tränen und Schmerz werden Dich auf Deinem Weg begleiten;
so manches Mal wirst Du an Deine Grenzen gehen
Aber ich werde in Liebe an Deiner Seite schreiten
und gemeinsam werden wir das Licht am Ende des Tunnels sehen
(Manfred Krellenberg, 27.03.2011)
Mein Schlitten
Wenn ich dich sehe, dann wird mir ganz warm ums Herz
Mit dir verbinde ich größte Freude, aber auch manchen Schmerz!
Treu hast du mich durch meine Kindheit begleitet
und mir während dieser Zeit unendlich viel Spass bereitet!
Wie viele andere Schlitten sah ich in die Brüche gehen,
doch du bist scheinbar mit ewigem Leben versehen!
Hast mir auch unsanften Umgang mit Dir stets verziehen,
- ja, du bist immer heil geblieben!
Du hast schon meinem lieben Vater treu gedient
und machtest dich bereits 1940 sehr verdient
Bliebst von den Folgen des Krieges verschont
und hast deinen Besitzer mit deiner Treue belohnt!
Als ich geboren wurde, da hast du schon gewartet auf mich
Ich war so glücklich, als meine kleinen Kinderaugen zum ersten Male sahen dich!
Habe dich gleich ganz fest in mein Herz geschlossen,
vielleicht sind vor Freude sogar ein paar Tränen geflossen!
„Pass gut auf den Schlitten auf", sagte mein Vater zu mir,
„versprich mir das – und er gehört nun Dir"!
Ein breites Lächeln war meinem Vater Wort genug
und fortan mein Schlitten mich treu auf seinem Rücken trug
Tausende Male brachte er mich heil die steilsten Hänge runter
- ja, mit ihm erreichte ich fast jedes Ziel glücklich und putzmunter!
Als mein Sohn Florian wurde geboren,
da wurdest du, mein Schlitten, auserkoren,
ihn durch seine Kindheit zu begleiten
und ihm die gleiche Freude zu bereiten,
die du schon meinem Vater und mir hast gegeben
- und ich bat dich, bereit zu sein für ein neues Leben!
Mein Schlitten, du hast auch den Florian nie im Stich gelassen;
stets konnte er sich auf dich verlassen!
Und als mein Sohn Tim erblickte das Licht der Welt,
da brauchte ich für einen Schlitten nicht einen Pfennig Geld,
denn ich hatte dich, meinen treuen Wegbegleiter
- und so wurde der jüngste Spross nun zu deinem Reiter
Hast auch Tim getragen zu jeder winterlichen Zeit
und ihn so manches Mal von den Sorgen des Alltags befreit
Du wirst es hoffentlich auch für meine Enkel tun
Mein Schlitten, deine Zeit ist noch längst nicht gekommen, um für immer zu ruhen
(Manfred Krellenberg, 01.05.2011)
Komm und gib mir Deine Hand,
lass uns gemeinsam in den Sternenhimmel schauen
Stehen unsere Füße auch auf sicherem Land,
schenkt unseren Seelen nur das Licht Vertrauen
Mit offenen Augen fangen wir an zu träumen
von Dingen, die wir noch nicht verstehen
Aber die Liebe wird es nicht versäumen,
uns mit entsprechendem Wissen zu versehen
Er ist so heilend, der Blick auf das Sternenzelt;
Sorgen schrumpfen bis zur Bedeutungslosigkeit
Ich würde geben alles Geld und Gold der Welt
für eine Reise mit Dir in die Unendlichkeit
(Manfred Krellenberg, 07.05.2011)
Es ist nicht leicht, den Nebel des Alltags zu durchdringen
und das schreckliche Grau des Lebens zu bezwingen
Das Land der bunten Farben ist wahrlich schwer zu finden,
wenn Sorgen lassen die Sicht auf die innere Sonne schwinden
Atlas, Kompass, Radar und Fernglas helfen nicht,
wenn Glück und Lebensfreude sind außer Sicht
Und auch das beste GPS-Gerät zeigt Dir nicht an,
wo die Vielfalt der Farben gefunden werden kann
Alles Geld und Gold der Welt können diesbezüglich nichts bewegen;
es besitzt nicht die Macht, das Grau aus dem ICH zu fegen
Promi-Status, Adels- und Doktortitel sind keine Garantie
für ein Leben in Zufriedenheit und farblicher Harmonie
Dein wirkliches Kapital ruht in Deinem tiefsten Innern
Kehr´ in Dich und versuch´ Dich zu erinnern,
wie viele Farben Deine Seele hat bereits gesehen,
die optisch sind zurzeit nicht wahrzunehmen
Vertraue Deinem Licht des Lebens und lass Dich führen,
dann kannst Du die Kraft der wahren Liebe spüren
und die schönsten Farben mit Deinem geistigen Auge sehen,
so dass alles Grau wird von Dir gehen
(Manfred Krellenberg, 12.05.2011)
Sommernacht
Zärtlich greife ich nach Deiner Hand und spüre alle Sorgen schwinden Lass uns reisen in unserer Träume Land und dessen Grenzen überwinden
Duftendes Gras ist das Parfum der Sommernacht und voller Sehnsucht atmen wir es ein Dieses Fleckchen Erde ist nur für uns gemacht und so lass uns hier nun glücklich sein
Niemand sieht unsere Kleider fallen und nur wir beide hören die Stimmen der Ekstase Sanft- und lustvoll sich meine Finger in Deinen Körper krallen als Vorboten der nun kommenden schönsten Phase
Zeitgleich wir das Land unserer Träume sehen als Amor unsere Liebessäfte raubt So fest umschlossen wir in dieses Paradies nun gehen wie es nur für Verliebte ist erlaubt
Komm und öffne Deine Augen Du wirst unzählige Sterne sehen Kannst in das Antlitz der Liebe schauen und mit mir gemeinsam die Unendlichkeit begehen
(Manfred Krellenberg, 23.05.2011)
Hiroshima
Den Namen „Little Boy“ hat man dir gegeben, doch ein „kleiner Junge“ warst du nicht Hast ausgelöscht zigtausende Leben, als du zeigtest dein hässliches Gesicht
Es waren Menschen aus Fleisch und Blut, die dich zusammenbauten Sie trugen aus des Teufels Brut, schon als sie auf deinen Konstruktionsplan schauten
Verstand und Liebe blankes Entsetzen spürten, als die ENOLA GAY dich deinem Schicksal übergab Dunkelste Mächte dich in die Tiefe führten, auf Hiroshima hinab
(In Gedenken an die Opfer, die der Abwurf der Atombombe "Little Boy" auf Hiroshima forderte)
Manfred Krellenberg, 06.08.2011
S c h i f f d e r T r ä u m e
Balsam für die Seele nehme ich an Bord,
als ich auf das Schiff der Träume gehe
Geborgenheit empfängt mich an jenem Ort,
den ich als Heimat meiner Wünsche sehe
Dankbar sich meine Blicke auf die Wellen richten,
welche mein Schiff ganz sanft umspülen
Schönste Erinnerungen den Anker lichten
und mich auf das Meer der Liebe führen
Die lachenden Gesichter meiner Eltern,
ich sehe sie in jedem Augenblick
Sehnsüchte in meinen Träumen blättern;
sie wünschen sich die damalige Zeit zurück
Die Realität mich aus meinen Gedanken reißt,
plötzlich ich nicht mehr an Deck des Schiffes stehe
Aber zugleich sie mir die Richtung weist,
so dass ich hoffnungsvoll nach vorne sehe
Was einst ist gewesen, das ist und bleibt Vergangenheit,
auch wenn ich tausch´ im Traum die Räume
Alles im Leben hat seine Zeit
- doch ewig fährt das Schiff der Träume
(Manfred Krellenberg, 14.08.2011)
Bilder des Lebens
Die wahren Bilder Deines Lebens
suchst Du in Fotoalben vergebens
Auf Festplatten wirst Du sie nicht finden,
kannst stöbern, bis Dir die Sinne schwinden
Im Keller kannst Du lange suchen,
auch auf dem Dachboden wirst Du fluchen,
weil du nicht fündig wirst
und erfolglos durch die Gegend irrst
Doch schaust Du ganz tief in Dich hinein,
wirst Du gleich ganz glücklich sein
In Deinem Geiste sind sie abgespeichert,
Du hast mit jedem Bild Dich selbst bereichert
Jeder Traum greift auf sie zurück,
so dass Du hast stets Dein ICH im Blick
Die Bilder unseres Lebens kann uns niemand stehlen,
sie sind für immer eingebrannt in unseren Seelen
(Manfred Krellenberg, 03.09.2011)
DANKE für jeden Augenblick,
auch wenn er schmerzlich war
Ich schaue gern zurück,
denn das Erlebte stellt das von mir Gewünschte dar
Genau dafür wurde ich geboren,
nur deswegen kam ich auf diese Welt
Ich habe nie verloren
und was ich gewinne, ist wertvoller als alles Geld
Für diese Erfahrungen bin ich hier,
jede Einzelne ist mein Dasein wert
Es ist Zeit zu danken Dir
für Alles, was mir widerfährt
(Manfred Krellenberg, 07.09.2011)
Unsere kleine Welt
Wo auch immer die Wiege Deines Lebens steht, ist letztlich nicht von Bedeutung Wie stolz Deine Flagge auch in Deinem Herzen weht, am Ende schenkt Dir etwas Anderes Hoffnung
Wenige Meter über uns sind Grenzen nicht mehr zu sehen, sind Schlagbäume nicht mehr zu erkennen Der Blick von oben gibt uns zu verstehen, wie wenig uns nationale Symbole wirklich trennen
Schaue auf unseren blauen Planeten, ist er nicht wunderschön? Schaff´ keinen Platz für Hass und Raketen und lass uns friedvoll und in Liebe in die Augen seh´n
(Manfred Krellenberg, 08.09.2011)
Wahrer Reichtum
Plattenbau oder Schloss, letztlich ist es egal, wo man lebt Das Glück reitet nicht nur auf hohem Ross, es oftmals auch ganz in Bodennähe schwebt
Kartoffelsuppe oder Sechs-Gänge-Menü, ist das für unser Leben wichtig? Wenn wir halten zum Schluss Revue sind Reichtum, Titel und Speisekarte nichtig
Nationalität und Geld sind nebensächlich, nur auf unser Handeln kommt es an Ein Lächeln, das kommt vom Herzen und ist ehrlich sagt mehr, als uns alles Gold vermitteln kann
(Manfred Krellenberg, 12.09.2011)
K i n d d e r S e c h z i g e r
Ich bin ein Kind der Sechziger
und denke so manches Mal an diese Zeit zurück
Je älter ich werde, umso häufiger
suche ich in meinen Erinnerungen mein Glück
Dann hole ich meine Fotoalben hervor
und blättere in meiner Vergangenheit
Voller Sehnsucht wandere ich durch jenes Tor,
das mich bringt zurück in die „gute alte“ Zeit
Hier darf ich wieder glücklich sein,
spüre ich, wie meine Eltern mich liebevoll in ihre Arme nehmen
In den Bildern meiner Kindheit finde ich jenen Sonnenschein,
nach dem mein Herz tut sich sehnen
Computer spielten keine Rolle,
Soft- und Hardwareprobleme gab es für mich nicht
Habe mich gewärmt in Mutters gestrickter Wolle,
die wahren Sorgen des Lebens waren noch nicht in Sicht
Mein Spielzeug war nicht ferngelenkt,
ich habe es noch mit Händen und Phantasie zum Leben erweckt
Für gute Schulnoten bekam ich ein Eis geschenkt,
Oma und Opa haben meinen Kleingeldbedarf gedeckt
Ich suche so manches Mal Halt in meinen Träumen,
die immer öfter kommen auch am Tag
Geborgenheit empfinde ich in jenen Räumen,
die ich so gerne in mir besuchen mag
(Manfred Krellenberg, 12.10.2011)
Flaschengeist
Das Grau des Lebens beginnt zu verschwimmen,
mit jedem Schluck ein bisschen mehr
Die Farben scheinen an Intensität zu gewinnen,
das Leben ist gar nicht mehr so schwer
Die Sorgen von eben sind schon Vergangenheit,
der Flaschengeist hat sie aus meinem ICH gespült
Ich flüchte mich aus der realen Zeit,
ich suche jemanden, der mich versteht
Meine Lieblingslieder rühren mich zu Tränen,
ich spüre, wie sie die Wangen runterlaufen
Für meine Gefühle tue ich mich nicht schämen,
mögen all meine Probleme in ihnen ersaufen
Der Sommer meines Lebens ist wieder gegenwärtig,
ich bade in glücklichen Erinnerungen
Die unerbittliche Wirklichkeit macht mich nicht mehr fertig,
Prozente und Promille sind meine Lösungen
Doch ist es wirklich das, wonach ich Ausschau halte;
ist der geistige Nebel das, wonach ich suche?
Ich wünsche mir, dass ich mein Leben wieder so gestalte,
dass ich mein Spiegelbild nicht mehr verfluche
Vielleicht bist Du es, der mir zeigt,
wer ich tatsächlich bin und wie schön das Leben wirklich ist
Hoffentlich bist Du dazu bereit,
ich würd` Dir sagen, dass Du mein Retter bist
Sonnenuntergang am Meer
Die Sonne hat ihr Tagewerk getan,
sie versinkt am Horizont und geht jetzt schlafen
Pünktlich, ganz nach Plan,
verlässt sie ihren Platz, wie ein Schiff den Hafen
Ihr Farbenspiel fasziniert mich sehr,
meine Augen sind erfüllt von großem Glück
In ihrem schönsten Kleid taucht sie ein ins Meer
Sonne, bitte komme bald zurück
Die Dunkelheit bricht nun herein,
schon bald kann ich die Sterne sehen
In ihrem Licht und im Mondes Schein
möchte ich nun träumen gehen
Lebensfrohe Bilder begleiten mich in meinen Schlaf,
in den ich jetzt und irgendwann für immer gehe
Dass ich voller Zuversicht sein darf,
sagt mir die Sonne, die ich am Morgen wieder aufgehen sehe
Manfred Krellenberg, 15.10.2011)
Die Kraft der Sterne
Wenige Meter noch, dann habe ich mein Ziel erreicht
Schon merke ich, wie aller Stress von mir weicht
Ich schalte den Motor aus und lausche;
es ist die Stille in dieser Nacht, an der ich mich berausche
Den Lärm meiner Stadt habe ich verlassen,
jetzt wird der Alltag aus meinem Bewusstsein entlassen
Kühle Luft streichelt mich, als ich aus meinem Wagen steige
Ich fühle, wie der Einfluss meiner Sorgen geht zur Neige
Tiefe Dunkelheit lässt mich das Himmelszelt genießen
Vergessen sind die Tränen, die ich muss so manches Mal vergießen
Das, was mich hin und wieder innerlich zerbricht,
wird jetzt überstrahlt von schönstem Sternenlicht
Wahrheit und Liebe sind hier zu finden
und lassen allen Schmerz in der Unendlichkeit verschwinden
Unzählige Sonnen bringen meine Seele zum Beben
und geben mir zu verstehen, wie schön es ist, zu leben
(Manfred Krellenberg, 29.10.2011)
Feder im Wind
Das ewige Licht ließ mich auf diese Erde schweben
Ein zarter Hauch der Liebe erweckte mein Herz zum Leben
Was zuvor mag sein gewesen, habe ich vergessen als neugeborenes Kind
Wieder einmal durfte ich sein unbefleckt, wie eine weiße Feder im Wind
Liebevolle Eltern habe ich; sie kümmern sich sehr um mich
Weder Mutter noch Vater ließen mich je im Stich
Wenn ich anfing zu fallen, waren sie da mit ihrer Hilfe ganz geschwind,
so dass ich mich fühlte immer unbeschwert, wie eine Feder im Wind
Auf eigenen Füßen stehend, konnte ich bisher manch wertvolle Erfahrung machen
Dankbar bin ich, nach überstandenem Sturm wieder dürfen zu lachen
Dass alle Probleme und Sorgen zu bewältigen sind,
sagt mir die Schönheit des Lebens, wie eine tanzende Feder im Wind
Und dennoch wird die Zeit kommen, wo sich nichts mehr bewegen mag
und alle Lebenslüfte legen absolute Stille an den Tag
Doch wenn die Kräfte irgendwann zu Ende sind,
streichelt mich wieder das ewige Licht, sanft wie eine Feder den Wind
(Manfred Krellenberg, 23.10.2011)
Frühmorgendlicher Strandspaziergang
Ganz einsam gehe ich am Strand entlang,
keine Menschenseele weit und breit
Nur Wellenrauschen und Möwengesang
begleiten mich zu dieser Zeit
Ich lasse frischen Wind um meine Nase wehen,
das Grau des Alltags geht in bunte Farben über
Ich spüre, wie meine Sorgen von mir gehen,
kleiner werden sie, schon steh ich drüber
(Manfred Krellenberg, 19.10.2011)
I n m e i n e n T r ä u m e n
Glücklich, aber auch müde bin ich,
ein anstrengender Tag liegt hinter mir
Meine Augen schließen sich,
um nun zu betreten mein geistiges Revier
Noch bevor ich ganz tief träume,
lege ich die Fesseln meines Daseins ab
Vollkommen frei von Zwängen sind jene Räume,
die ich für meine Seele auserkoren hab´
Verstand und Logik sind hier ausgeschaltet,
irdische Gesetze gelten nicht
Einzig die wahre Liebe hier gestaltet
das Miteinander im reinsten Licht
Wessen Herz schon längst hat aufgehört zu schlagen,
ist hier überhaupt nicht von Belang
Niemand tut nach dem Gestern fragen,
jeder Sonnenstrahl wird begleitet von schönstem Klang
So gerne hier für immer bleiben möchte ich,
aber die Zeit dafür ist noch nicht gekommen
Meine Augen werden bald schon wieder öffnen sich,
ganz geschwind komme ich zurück in diese Dimension geschwommen
Ich wache auf und recke mich,
Körper und Seele sind bereit für den neuen Tag
Licht des Lebens, ich liebe Dich;
bist Du doch stets bei mir, was auch immer kommen mag
(Manfred Krellenberg, 26.11.2011)
Der blaue Ballon
40 Jahre ist´s fast her, als ein blauer Ballon ging auf seine Reise Versehen mit meinem Namen und meiner Adresse verließ er Bad Schwartau still und leise Ich schaute ihm nach, wie er in die Wolken stieg und ich sagte: Flieg´, mein Ballon, flieg´
Begleitet von meinen Wünschen, entzog er sich meiner Welt Immer kleiner wurde er, als er flog in Richtung Himmelszelt Schon ließ er sich treiben von den Winden und ich fragte mich: mein Ballon, wer wird es sein, der dich wird finden?
Viele Wochen vergingen, der Weitflugwettbewerb schien vergessen, - längst hatte ich andere Interessen - als ich Post erhielt aus der Hansestadt Stralsund - dass mein Ballon wurde gefunden, tat der Brief mir kund!
In der DDR war er gelandet, am Fischland Darß´s Strand Du warst es, der meinen blauen Ballon fand! Freudestrahlend schrieb ich Dir zurück; Jens, meine Zeilen spiegelten wider mein ganzes Glück!
Die zwei Jahre Altersunterschied waren kein Problem und so ließ der blaue Ballon eine wunderschöne Freundschaft entsteh´n Wir schrieben uns regelmäßig, schickten uns auch manches Paket und waren füreinander das, was man als echten „Kumpel“ versteht
Jens, dass die Platte von Udo Lindenberg kam bei Dir nicht an, ich erst in der heutigen Zeit so richtig nachvollziehen kann Dass auch verboten war der für Dich bestimmte Zwanzig-D-Mark-Schein, hatte Mutter mir gesagt – und dennoch ließ ich es nicht sein
Die Widrigkeiten zwischen West und Ost gingen vollends an uns vorbei Ich hörte Dich, auch wenn die innerdeutsche Grenze sollte unterdrücken manchen Schrei Wie gern hätte ich Dir schon als Kind meine Hand auch körperlich gereicht - Manches wäre anders gekommen vielleicht
Welch´ große Freude tobte schließlich in mir, als ich war zum ersten Mal bei Dir! In Deinem Stralsunder Heim hast Du mich herzlich empfangen, wie schön, dass keiner von uns war in einem politischen Korsett gefangen
Wir haben die Wiedervereinigung gefeiert und gelebt, schon bevor diese seit 1990 real besteht Dass nach meinem Besuch fehlten sämtliche Aufkleber an meinem Opel Kadett, machte ein Lächeln von Dir auf so schöne Weise wieder wett
Ich weiß noch, wie ich zum ersten Male fuhr in einem Trabant und Du, Jens, hast mich dabei auf das Negativ gebannt Da saß ich nun am Steuer und als der Trabbi sich in Bewegung setzte, war mir nicht ganz geheuer
Mein Freund, es gibt so viele Geschichten, die uns verbinden Viel zu viele sind es, als dass sie könnten all´ Erwähnung finden in diesen Zeilen, die voller Liebe sind für Dich Wenn Du doch bloß könntest jetzt umarmen mich!
Mit 44 Jahren bist Du viel zu früh von dieser Welt gegangen Lange Zeit war ich in meiner Trauer gefangen, als man mir sagte, dass Dein Herz hat aufgehört zu schlagen
Jens, der blaue Ballon hat ewige Freundschaft zu uns getragen!
Dieses Gedicht ist Jens Behrens (1962-2006) gewidmet. In Stralsund hat er einst gewohnt In der Ostsee wurde er bestattet Und in der Tiefe meines Herzens bleibt er für immer!
(verfasst am 20.11.2011, "Totensonntag", von Manfred Krellenberg)
Jens Behrens
Da saß ich nun in einem Trabbi.... und mein Freund Jens hielt dieses Ereignis fotografisch fest
M e i n S t e r n
Die letzten Wolken ziehen an mir vorbei; nichts schränkt ein mehr meine Sicht
Diesen Augenblick habe ich ersehnt herbei; meine Augen werden liebkost von schönstem Licht
So viele Sonnen wärmen mich, ich vermag sie nicht zu zählen
Doch mein Herz hat längst entschieden sich; es braucht nicht mehr zu wählen
Und so blicke ich auf diesen einen Stern; wie wunderschön er ist!
Reinstes Licht strahlt aus seinem Kern; ich möcht´meinen, dass Du es bist
Meine Seele vibriert vor Glück, in Gedanken streichle ich sanft Dein Haar
In Liebe denke ich an jene Zeit zurück, die einmal die Unsere war
Wie viele Planeten mögen Dich umkreisen, wie weit magst Du sein entfernt von mir?
Sag, wann darf ich zu Dir reisen; wann ist die Zeit gekommen, wenn Dort ist Hier?
Bitte hilf mir dabei, den für mich bestimmten Weg zu gehen
und dann lassen Du und ich, wir Zwei, einen neuen Stern entstehen
(Manfred Krellenberg, 26.11.2011)
B l u m e a m W e g e s r a n d
So viele Menschen gingen an dir vorbei, kaum einer von ihnen hat dich beachtet
Ihre Augen haben so viel Anderes, sie haben nur nicht dich betrachtet
Blume am Wegesrand, du hast für Alle deine Blütenpracht zur Schau getragen,
doch es kam Niemand, um dir dafür seinen Dank zu sagen
Hätten wir Menschen deinen Worten lauschen können, vielleicht würde es dich noch geben
Aber wir sind noch nicht so weit, dich zu hören und zu achten alles Leben
Derjenige, der dich ganz unsanft aus deinem Erdreich riss
und dich ein paar Meter weiter gedankenlos auf den Boden schmiss,
wusste nicht wirklich, was er tat; sei dessen gewiss
Vielleicht tröstet es dich, dass wir Menschen noch sehr unreif sind
und erst noch lernen müssen, dass wir ALLE sind der wahren Liebe Kind
Blume am Wegesrand, du warst so hübsch anzusehen
Verzeih´, dass du musstest viel zu früh aus deinem Leben gehen
(Manfred Krellenberg, 10.12.2011)
W E I H N A C H T S B A U M
„Was wünscht du dir zu Weihnachten?“, höre ich dich fragen
„Etwas zum Lesen, eine CD oder einen Tank-Gutschein für deinen Wagen?“,
sprichst du, noch bevor ich kann dir meine Antwort sagen
Deine Augen schauen mich voller Liebe an
So schön sind sie, dass ich Dich eigentlich nicht belügen kann
Und doch bin ich nicht ganz ehrlich gegenüber dem „Weihnachtsmann“
Gewiss, das Buch, dessen Titel ich dir nun nenne, wollte ich immer schon lesen
- wie jenes Werk, das im letzten Jahr ist unter dem Gabentisch gewesen
Aber ich wäre auch nicht traurig, wenn es ginge nicht über den Ladentresen
Dass du ein Leben rettest, das wäre meine Bitte an Dich!
Komm an meine Hand und begleite mich
dorthin, wo die Kinder der Liebe treffen sich
Schau, wie viele hübsche Tannen hier stehen,
doch auch sie müssen aus unserer Mitte gehen,
weil Menschen möchten sie für ein paar Tage in ihrem Hause sehen
Glaubst du, dass Tannen dafür bestimmt sind,
sich jahrelang biegen zu lassen vom Wind,
um Weihnachten zu sterben für unser Christuskind?
Ist es richtig, dass diese Tannen wurden gesetzt,
damit der Mensch nun jenes universelle Recht auf LEBEN verletzt,
das auch Gültigkeit hat im HIER und JETZT?
Guck, wie wunderschön sind diese Bäume
Sie sollten nicht schmücken unsere Wohnzimmerräume,
denn auch diese Wesen haben ihre Hoffnungen und Träume!
Ich wünsche mir, dass auch du so denkst wie ich
Es wäre so schön, du würdest beschenken mich
mit dem Verzicht auf einen „echten“ Weihnachtsbaum – alle Tannen würden lieben Dich!
(Manfred Krellenberg, 16.12.2011)
Ich bin hier Gast, für eine bestimmte Zeit
- wie gut, dass ich nicht weiß, wie lange
In einer Februar-Nacht machte ich mich bereit,
um geboren zu werden mit Hilfe einer Zange
Ich habe es gewollt, auf diese Welt zu kommen;
glücklich bin ich, dass ich mich dafür entschieden habe
Doch woher meine Seele kam geschwommen
- das bleibt in diesem Leben immer eine Frage
Wenn die letzte Erfahrung auf Erden ist gemacht,
habe ich mein Ziel im Hier und Jetzt erreicht
Dann zieht sich die Seele zurück ganz sacht´,
friedvoll mein ICH aus meinem Körper weicht
Nach Hause zu kommen ist unendlich schön;
ich freue mich, wenn´s wieder heimwärts geht
Doch hoffe ich, dass bis zu diesem Wiederseh´n
noch manch´ Sturm der Liebe in meinem Herzen weht
(Manfred Krellenberg, 21.12.2011)
Lege deinen Pass beiseite; Nationalität ist sekundär Kein Ausweis führt dich in jene Weite, nach der dein Geist sucht so sehr
Im Namen des Volkes nimmst du manches Urteil hin, doch auch ein Oberster Gerichtshof spricht nicht immer Recht Deine Beichte macht nicht wirklich Sinn, wenn dein Handeln bleibt genauso schlecht
Auf dem Konto sind nur Zahlen, im Portemonnaie sind nur Papier und Metall Mögen noch so viele Orden und Sterne auf der Uniform erstrahlen, am Ende kommt auch der stolzeste Träger zu Fall
Entledige dich deiner Kleidung, schau dich an, nackt wie du bist Ist es nun von Bedeutung, ob ein Doktor- oder Adelstitel dein Eigen ist?
Sieh dich an, du bist aus Fleisch und Blut, sterblich und hier nur Gast Es wird nicht gefragt nach Hab´ und Gut, wenn du am Tor des ewigen Lichtes geläutet hast
Was du auch immer auf Erden säst, wirst du vielleicht auch einmal ernten müssen Aber auch wenn du das jetzt noch nicht verstehst, wird die Liebe dich wieder in ein neues Leben küssen