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Über dem nassen Grab


Manfred Krellenberg bei seiner Rede auf Zerstörer ARDITO

















Einer Einladung des Admirals a.D. Titta (Präsident I.M.C., A.N.M.I.) folgend, begab ich mich am  17. September 2005 an Bord des im Hafen von La Spezia liegenden Zerstörers ARDITO, um an einer Gedenkveranstaltung für alle auf See gebliebenen Menschen teilzunehmen.

Zerstörer ARDITO  copyright: Manfred KrellenbergZerstörer ARDITO














Video ARDITO / D 550

  http://www.youtube.com/watch?v=AaRBgUV3eHI


copyright: Manfred Krellenberg


www.naveardito.it/Benvenuti/Benvenuti.htm

 

copyright: Manfred Krellenberg



Nave AUDACE   Foto: Manfred KrellenbergAUDACE

La Spezia

Im Rahmen dieser Zeremonie wurde es mir ermöglicht, das Wort zu ergreifen und den aus verschiedenen europäischen Ländern kommenden Versammlungsteilnehmern das traurige Schicksal der JUMINDA und deren Besatzung vorzutragen (meinem ehemaligen Bad Schwartauer Realschul-Lehrer Herrn J. Mietzelfeld, der mir die Rede in die englische Sprache übersetzte, ein herzliches Dankeschön!)

Kränze für die auf See Gebliebenen



Ehepaar Brill vor dem Zerstörer ARDITO  copyright: Manfred Krellenberg
















Das Ehepaar Brill, welches ebenfalls zur Gedenkveranstaltung für die auf See Gebliebenen eingeladen war, vor dem Zerstörer ARDITO
                                                                                                           













Die Kränze für die auf See Gebliebenen werden dem Mittelmeer übergeben

















Ehepaar Brill und Alessandro Dondoli (Mitte)   copyright: Manfred KrellenbergFrau und Herr Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill mit Alessandro Dondoli (Mitte) im Hafen von Santa Liberata (bei Porto Santo Stefano)


Am nächsten Morgen hatte ich dann Gelegenheit, zusammen mit Alessandro Dondoli sowie Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill (Sohn des am 22.10.1943 gefallenen JUMINDA-Kommandanten Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill) und seiner Ehefrau Susanne (welche am Vortag ebenfalls an der Zeremonie auf dem Zerstörer ARDITO teilgenommen hatten) die Sinkstelle des Minenschiffes aufzusuchen. 

Claudio Amerini mit seinem Boot  copyright: Manfred Krellenberg                                                                                                   

Mit einem motorisierten Schlauchboot brachte uns Claudio Amerini, der das Wrack der JUMINDA im Jahr 2002 gefunden hat, zum Ort der Tragödie.

Es war ein unvergesslicher Augenblick, als auf dem Bildschirm des Sonar-Gerätes das Wrack-Profil der JUMINDA sichtbar wurde. Über 90 Meter unter uns lag nun das durch zwei Torpedotreffer versenkte Fahrzeug, das zum nassen Grab für die meisten Besatzungsangehörigen wurde.

copyright: Manfred Krellenberg

Über der Sinkstelle der JUMINDA
wird das Wrack des Schiffes sichtbar

Ca. 70 m entfernt liegt das zerstörte
Heckteil des Minenschiffes



Nach einer kurzen Ansprache übergaben wir der See Blumen und gedachten den Opfern des Schiffsuntergangs. Lange blickten wir dem Gesteck, das von den Wellen langsam fort getrieben wurde, hinterher. 

An der Untergangsstelle der JUMINDA  copyright: Manfred KrellenbergIn tiefer Trauer, aber auch in der Hoffnung, dass diese Menschen ihren Frieden gefunden haben, nahmen wir dann wieder Kurs auf den Hafen von Santa Liberata (unweit Porto Santo Stefano), wo Claudio Amerini uns ein von ihm gefertigtes Video vom Wrack der JUMINDA präsentierte und das Versprechen gab, die ihm von uns überreichte Gedenkplatte auf dem Minenschiff niederzulegen.

Dr. Ing. Karl-Friedrich Brill
an der Sinkstelle der JUMINDA.
Stilles Gedenken an seinen berühmten Vater.


Gedenkplatte zum Niederlegen auf dem Wrack der JUMINDA  copyright: Manfred Krellenberg

 





copyright: Manfred KrellenbergZeichnung: Claudio Amerini

Mein großer Wunsch - einmal die Sinkstelle der JUMINDA zu besuchen und sich dem Vater meiner Mutter ganz nah zu fühlen - hat sich erfüllt. Der Deutsche Marinebund und die ASSOCIAZIONE NAZIONALE MARINAI D´ITALIA (A.N.M.I.) sowie meine Freunde Alessandro Dondoli, Claudio Amerini und das Ehepaar Brill haben maßgeblich zur Realisierung beigetragen. Ich bin ihnen, aber auch jener göttlichen Macht, die mich zu diesem Ort führte, zu ganz besonderem Dank verpflichtet.  

copyright: Manfred KrellenbergAn der Untergangsstelle der JUMINDA


Artikel über JUMINDA in der Tageszeitung
"IL TiRRENO" vom 30.07.2002

Artikel über JUMINDA in der Tageszeitung
"IL TiRRENO" vom 30.07.2002

Il Tirreno 25.09.2002

Lübecker Nachrichten
18./19. 12.2005


JUMINDA in 1:600
















David Gregory (http://ptdockyard.com/) hat für mich ein Modell der JUMINDA
(Maßstab: 1:600) gebaut. Herzlichen Dank, mein Freund!


Ende Juni 2010 konnte ich mir den Wunsch erfüllen, Giglio kennenzulernen. Zusammen mit meinem Freund Alessandro Dondoli fuhr ich nach Porto Santo Stefano, jenen wunderhübschen Ort, den ich fünf Jahre zuvor erstmalig in Augenschein nehmen durfte. Alessandro und ich gingen hier an Bord der ISOLA DEL GIGLIO, um uns von diesem Fährschiff auf die Insel bringen zu lassen. Während die meisten anderen Passagiere die schöne Aussicht auf das blaue Meer genossen und sich von den Strahlen der Sonne wärmen und bräunen ließen, dachte ich an die letzte Fahrt der JUMINDA, die hier am 22.Oktober 1943 unter so tragischen Umständen endete. Als sich unser Schiff etwa auf Höhe der Untergangsstelle der JUMINDA befand, übergab Alessandro mir eine Rose, die er aus seinem in Piombino befindlichen Garten mitgebracht hatte.  Der Wind blies uns kräftig ins Gesicht, als wir an der Reling standen und gemeinsam in jene Richtung blickten, wo mein Großvater Karl-Heinz Waack und die meisten seiner Kameraden ihre letzte Ruhestätte fanden. Dann ließ ich die Rose ins Wasser fallen und schaute ihr hinterher, wie sie von den Wellen fortgetragen wurde. Innerlich ebenfalls ganz tief bewegt, legte Alessandro einen Arm um mich; er wusste nur zu gut, was ich gerade fühlte.
Gute Freunde muss man haben – danke, Alessandro!

Auf dem Weg von Monte Argentario nach Giglio


copyright: Manfred KrellenbergKurs auf Insel Giglio

Isola del GiglioIsola del Giglio

copyright: Manfred Krellenberg28.06.2010

Dem Großvater wieder einmal ganz nah...

Zwischen Porto Santo Stefano und Giglio liegt das nasse Grab der JUMINDA und des Großteils der Besatzung

IHR SEID NICHT VERGESSEN!

Porto Giglio  Isola del GiglioPorto Giglio

copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto

copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto


Porto Giglio, hier kenterte die COSTA CONCORDIAPorto Giglio

Blick auf jene Stelle, wo am Abend des 13.1.2012 das Kreuzfahrtschiff COSTA CONCORDIA kenterte

Gedenken wir den Menschen, die bei dieser Tragödie ihr Leben lassen mussten




copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto

copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto

Isola del Giglio / Porto GiglioPorto Giglio

copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto

Porto GiglioPorto Giglio

Porto GiglioPorto Giglio

Isola del Giglio

copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto

copyright: Manfred KrellenbergFährschiff ISOLA DEL GIGLIO

copyright: Manfred KrellenbergGiglio Porto

ISOLA DEL GIGLIOIsola del Giglio

Isola del GiglioIsola del Giglio

copyright: Manfred KrellenbergBlick von Giglio auf Monte Argentario

Manfred Krellenberg

Porto Santo Stefano  Foto (copyright): Manfred KrellenbergPorto Santo Stefano


copyright: Manfred KrellenbergPorto Santo Stefano

copyright: Manfred KrellenbergPorto Santo Stefano

copyright: Manfred KrellenbergPorto Santo Stefano

Porto Santo Stefano (Foto / copyright: Manfred Krellenberg)

Porto Santo Stefano  Guardia Costiera   Foto: Manfred KrellenbergPorto Santo Stefano

copyright: Manfred KrellenbergPorto Santo Stefano

copyright: Manfred KrellenbergGiglio-Campese

copyright: Manfred KrellenbergGiglio-Castello

copyright: Manfred KrellenbergPorto Ercole auf Monte Argentario

                                                       




M I T T E L M E E R

 

Voller Liebe gebe ich mich meinen Gedanken hin,

es ist so schön, in Dir zu schwimmen

Jeder Deiner Wellenschläge ergibt einen Sinn,

mit jedem Deiner nassen Tropfen lässt Du mich gewinnen

 

Ich sehe fröhliche Kinder um mich herum,

sie genießen Dich, mein Mittelmeer

Ich ziehe meine Bahnen und bleibe stumm,

meine Gedanken wiegen viel zu schwer

 

Die Wasserbälle fliegen über mich hinweg;

ich fange sie nicht auf

Mitzuspielen hat keinen Zweck,

denn ich schaue nicht zu ihnen, sondern zu Großvater hinauf

 

In Dir, diesem Meer, hat er sein Leben verloren,

im Innern eines Wracks ruht sein Körper für alle Zeit

In Deiner Tiefe wurde er neu geboren,

machte er sich für sein nächstes Leben bereit

 

Ich wünschte, er könnte  in meiner Nähe sein

und Du könntest ihn jetzt glücklich machen

Es wäre so schön, wir könnten blicken in denselben Sonnenschein

und in Deinen blauen Fluten von Leibeskräften lachen

(Manfred Krellenberg, 13.10.2011)

Piombino

Fährschiff auf dem Weg nach Elba  Foto:  Manfred Krellenberg


Foto (copyright): Manfred Krellenberg


Auch wenn sich ein wichtiger Kreis in meinem Leben geschlossen hat, so sind etliche Fragen noch zu beantworten, ist Vieles noch zu erledigen.

Ich wünsche mir, all jene Erfahrungen, deretwegen ich im Februar 1964 auf diese Welt gekommen bin, gemacht zu haben, wenn sich eines Tages mein Geist auf den Weg macht, um wieder dorthin zu gelangen, wo meine Seele zu Hause ist.

Und wenn sich dann jenes erfüllt, woran ich glaube, dann schöpfe ich dort wieder jene Kraft, die ich benötige, um mich dem nächsten Lernprozess zu unterziehen - irgendwann und irgendwo in der unendlichen Weite des Universums und in welcher Form dieses auch immer sein mag.

Aber das alles hat - hoffentlich - noch recht viel Zeit..... 


Großvater,wie oft denke ich an jene Nacht,
die Dir hat im Krieg den frühen Tod gebracht
Wie oft bin ich in meinen Gedanken ganz nah bei Dir
und wünschte,Du könntest sein im HIER und JETZT mit mir

Ich seh´Dich vor mir mit Deinen damals 26 Jahren
und blicke auf einen jungen Mann mit dunkelblonden Haaren
Ich schaue mir immer wieder Deine Fotos an
und bin ganz traurig, dass ich Dich nicht berühren kann 

Dein Schicksal erfüllte sich in wenigen Sekunden
Ein nasses Grab hast Du im Mittelmeer gefunden
Du ruhst für immer in der Tiefe der See,
bewacht von meinem Herzen, das mir tut so weh 

Großvater, was gäbe ich dafür, Dich kennenzulernen
Was täte ich alles, um jene Nacht aus der Geschichte zu entfernen,
sie aus dem Gewesenen zu streichen,
damit wir könnten uns die Hände reichen

Was bleibt mir aber anderes übrig, als zu warten,
bis wir uns eines Tages werden treffen in Gottes Garten

(Manfred Krellenberg, 16.01.2010)


Gewisse Augenblicke tun richtig gut
In Sekunden ergießt sich die schönste Flut

Sämtliche Minuten mit Dir sind Hauptgewinne
Stundenlang raubst Du mir die Sinne
Tage ohne Dich müssten schnell vergeh´n
Monatslöhne nur aus Deinen Küssen besteh´n
Unsere gemeinsamen Jahre genießen wir
Dich für immer - das wünsch´ ich mir
Doch was bedeutet schon die Zeit
angesichts der Unendlichkeit
unserer Empfindungen und Gefühle
Ja, es ist wahre und ganz große LIEBE

(Manfred Krellenberg, 03.08.2010)

Wenn die Sonne sich morgens dem Himmel entgegen schiebt
bin ich es, der an Dich denkt und der Dich liebt 

Wenn meine Blicke abends zu den Sternen schweifen
sind es meine Hände, die in Gedanken nach Dir greifen

Wenn der Tag zu Ende geht
ist es mein Herz, in dem der Wind der totalen Sehnsucht weht 

Wenn ich schlafe und von Dir träume
geh ich mit Dir in für Andere verschlossene Räume

Und wenn ich mit Dir im Rausch der Liebe bin
gibst Du meinem Leben einen wahren Sinn 


(Manfred Krellenberg, 28.12.2010)
   

Wo Wahrheit und Phantasie sich zart berühren, zieht es mich magisch hin

Wo geheimste Wünsche residieren, ich mit Dir am Liebsten bin

Wo die Lust die Sehnsucht in die Arme nimmt, fängt unsere Liebe an

Wo ich Dich habe als mein Ziel bestimmt, ich am schönsten träumen kann

Wo Mond und Sterne uns Licht bereiten, haben Sorgen keine Chance

Wo wir durch unser Traumland schreiten, ist jede Farbe voller Elégance 

Wo wir der Vernunft die Macht entziehen, befindet sich unser Liebesnest            

Wo Du und ich vor dem Alltag fliehen, ist jeder Augenblick ein Freudenfest


Wo Du bist, möchte ich für immer sein

- dann hätte ich ewigen Sonnenschein

(Manfred Krellenberg, 30.12.2010)


 Ich begleite Dich auf all Deinen Wegen
 WO DU GIBST MEINEM LEBEN DEN RICHTIGEN DRALL
 Zusammen gehen wir durch Sonne und Regen
 GEMEINSAM BRINGEN WIR DEN STÄRKSTEN GEGNER ZU FALL
 
In einer anderen Dimension wir uns im Traum bewegen
 IN WELTEN, DIE UNS NIEMAND NIMMT
 In unseren Sehnsüchten wir uns auf Land begeben
 DAS NUR FÜR UNSERE HERZEN IST BESTIMMT
 Unsere Wünsche dort in Erfüllung gehen
 WO WIR UNS GANZ TIEF IN DIE AUGEN SCHAUEN
 In uns die Flaggen der Liebe und Geborgenheit wehen
 DORT, WO WIR EINANDER GANZ FEST VERTRAUEN

(Manfred Krellenberg, 02.01.2011)

Drohst Du im Meer der Sorgen zu ertrinken?
Befürchtest Du, im Sumpf der Ängste zu versinken?

Dann schau hinauf in das Sternenzelt
und befrei Dich von den Problemen dieser Welt!

Du blickst in Gegenwart und Vergangenheit,
siehst förmlich die Unendlichkeit

Du spürst, wie es Dir gleich besser geht
Du merkst, Negatives wird aus dem ICH gefegt

Deine Augen sehen unzählige Sonnen
Dein Herz fühlt das Glück mit schnellen Schritten kommen

Was Dich eben noch hat stark belastet,
ist plötzlich fort, von Dir gehastet

Der Blick in den Himmel tut Dir gut
und Du fasst wieder neuen Mut

Sie schwinden nach und nach, die Sorgen
Hast Du Dich eben noch gegrault vor dem nächsten Morgen,
gewinnt Deine Lebensfreude nun wieder die Oberhand,
sieht Deine schiffbrüchige Seele wieder rettendes Land

Du schöpfst neue Hoffnung und neue Kraft
Du spürst ihn fließen, den Lebenssaft
Ja, die Weite des Universums hat Dir wieder Energie verschafft

(Manfred Krellenberg, 14.01.2011)


DIE GRENZE 

Du hast dich tief in meine Seele eingegraben,
bist für alle Zeit in mir präsent
Obwohl die Menschen wollten dich nicht mehr haben,
zeigst du dich als unzerstörbares Element

Auf deine Wiederkehr ist stets Verlass;
gelegentlich träume ich von dir
Nein, ich hege keinen Hass,
weil du noch lebst in mir

Du bist schon längst Vergangenheit,
dich braucht keiner mehr
Doch fühle ich zu jeder Zeit,
dass deine Existenz war folgenschwer

Im Traum streife ich auch heute noch an dir entlang,
mein Zollhund ARIE ist stets mit dabei
Grenzdienst vom Abend bis zum Sonnenaufgang,
dann erst ist unsere Schicht vorbei 

Wir halten Wacht für unser Land;
es kann sich auf uns verlassen
Das Fernglas stets in meiner Hand,
um keinen Augenblick zu verpassen

Uns begleitet tiefe Einsamkeit,
die Nacht will nicht zu Ende gehen
Keine Abwechslung weit und breit,
nur der endlos lange Zaun ist zu sehen

Ihr DDR-Grenzsoldaten da drüben im Osten,
was mögt ihr jetzt wohl denken?
Seid ihr hellwach auf eurem Posten
oder lasst ihr euch gerade von Träumen lenken?

Wenn ihr eure Augen öffnet, müsst ihr wie ich realisieren,
dass diese Grenze existiert schon längst nicht mehr
Aber es wird immer wieder erneut passieren,
dass sie findet in unseren nächtlichen Gedanken Wiederkehr 

(Manfred Krellenberg,23.01.2011)

Foto (copyright): Manfred Krellenberg

Foto (copyright): Manfred Krellenberg

Wer sich für meine Erlebnisse an der damaligen Grenze zur DDR und insbesondere für den Grenzraum Lübeck interessiert, der ist herzlich eingeladen, die Homepage der Grenzdokumentations-Stätte Lübeck e.V. zu besuchen

http://www.grenze-luebeck.de/13707.html


Freund auf vier Pfoten

Mit schräg gestelltem Kopf schaust Du mich an,

Deine braunen Augen spiegeln Deine Treue wider

Dein Blick zieht mich in Deinen Bann;

als Dein Freund knie ich mich vor Dir nieder

 

Meine Hände streicheln sanft Dein Fell,

welches ich mag so gern berühren

Ob tief-schwarz oder gelb und hell,

jedes einzelne Haar lässt mich Deine Liebe spüren

 

Deinen ganz besonderen Duft mag ich sehr,

genüsslich atme ich ihn ein

Er verströmt dieses gewisse Flair;

Deinen ganz persönlichen Sonnenschein

 

Nun lass mich DANKE sagen

für jeden einzelnen Augenblick mit Dir

Immer wieder tät ich´s wagen

Dich zu nehmen als meinen Beschützer mir

 

Wir fassten zueinander Vertrauen,

als unsere Blicke zum ersten Male trafen sich

Wir versprachen, aufeinander zu bauen

und niemals zu lassen den Anderen im Stich

 

Und so war es bis zum letzten Tag,

den wir zusammen verbrachten

Was auch immer kommen mag,

ewig sehe ich in Deine Augen, die uns zu besten Freunden machten

(Manfred Krellenberg, 05.11.2011)

Zollhund ARIEZollhund Arie


Am Ende meines Lebens

Es ist soweit - nun bin ich erlöst von allen Schmerzen
und glücklich, auch wenn Trauer herrscht in euren Herzen

Ich habe meine Erfahrungen gemacht, derentwegen ich bin einst auf diese Welt gekommen,
deshalb ist es in Ordnung, dass mein Körper wird mir nun genommen

Jetzt lasst mich wieder dorthin reisen, wo ich zu Hause bin
und gebt meiner Seele das Gefühl, das alles hat seinen ganz bestimmten Sinn

Ich sehe meine zurück gelassene Hülle; sie wirkt leer
Ich schwebe über meinem Körper und ich wundere mich sehr,
dass ich nicht einmal entsetzt bin, dass mein Herz schlägt nicht mehr

Alles ist so neu und anders und doch so vertraut
Es kümmert mich nicht, dass ihr ängstlich auf die Monitore schaut,
wo euch eine gerade Linie gibt zu verstehen,
dass ich dabei bin, heimzugehen

Nun lasst es gut sein; ihr habt eure Pflicht getan
Andererseits ist vielleicht meine Chance vertan,
noch heute dorthin zurückzukehren, wo die wahre Liebe wohnt,
dort, wo das hellste, wärmste und schönste Licht über Allem thront

(Manfred Krellenberg, 30.01.2011)

Ist es Zufall, dass mein Vater auf einer Intensivstation (Sana Klinik, Lübeck) starb? 

Am 3.4.2011, nur wenige Wochen, nachdem dieses Gedicht entstanden ist....

Manfred Krellenberg, Bad SchwartauM.Krellenberg


Mein lieber Vater, Manfred Krellenberg, geboren am 4.4.1937. 

Er verstarb am 3.4.2011, einen Tag vor seinem 74. Geburtstag.

Auf Wiedersehen, Papa. Ich liebe Dich!

Ich bin stolz, Deinen Namen zu tragen!


Dieses Gedicht möchte ich meinem lieben Vater widmen:

Stürme der Trauer fegen über mich hinweg

und legen mein Schiff  bedrohlich auf die Seiten

Ängste und Sorgen schlagen meine Hülle leck

und könnten mir ein Grab bereiten


Wasser dringt in großen Mengen ein,

immer schwerer wird mein Boot

Nein, das darf nicht mein Ende sein

- Vater, bitte hilf mir in meiner Not


Du warst an meiner Seite auch in schwerer Zeit

- ja, Du warst immer da, wenn ich Dich rief

Ich weiß, Du stehst auch jetzt für mich bereit

- ist meine Lage auch noch so schief


Wo Du auch immer bist, ich vertraue Dir

und gebe das Steuerrad nun in Deine Hand

Ich bin ganz zuversichtlich, dass Du wirst helfen mir

wieder zu betreten das rettende Land


Du änderst den Kurs und führst mich ins Licht

Stärkster Wind und höchste Wellen besiegen mich nicht

Ich ertrinke nicht im Meer der Ängste und Sorgen

Vater, dank Deiner Liebe gibt es für mich auch ein Morgen


(Manfred Krellenberg, 23.04.2011)


Ich denke so gerne an Dich
und bin glücklich, dass es Dich gibt für mich
Ich nehme Dich gedanklich an meine Hand
und begebe mich mit Dir in jenes Land,
das auf keiner Karte ist zu finden,
dessen Grenzen nur wir beide überwinden

Keiner wird uns hier mehr stören,
wir werden jetzt nur noch uns gehören
In unseren Armen werden wir uns geborgen fühlen
und das unendliche Verlangen nach einander spüren

Ganz zärtlich werden wir mit einander verschmelzen
Voller Leidenschaft werden wir uns auf dem Feld der Liebe wälzen,
werden wir uns an einander berauschen
und den Stimmen unserer geheimsten Wünsche lauschen

Unsere Liebe fängt jeden Augenblick aufs Neue an,

weil uns der graue Alltag zu keiner Zeit besiegen kann
(Manfred Krellenberg 4.2.2011)

Ich tauche ab in Träume,
jenseits vom HIER und JETZT
Ich
flüchte mich in Räume,
wo man meine Seele nicht verletzt

Vielleicht entferne ich mich vom Leben,
von der unerbittlichen Wirklichkeit,
vielleicht lasse ich auch nur mein ICH erheben
und rebelliere gegen jegliche Unfreiheit

Wann werde ich jene Dimension überwinden,
die mich jetzt noch auf die Gegenwart beschränkt,
wann werde ich entsprechende Antworten finden,

wer wird es sein, der sie mir schenkt?
 

Wie weit muss ich reisen,
bis ich bin am Ziel angekommen?
Wie viele Sonnen sind zu umkreisen,
bis sämtliche Fragezeichen werden mir genommen? 

Licht des Lebens,  ich vertraue Dir
und lege mein ICH in Deine Hand

Zeige meine Grenzen mir,
wenn ich bereit bin für die Reise in jenes Land,
das von unendlicher Güte wird regiert
und allein aus wahrer L I E B E existiert


(Manfred Krellenberg, 18.03.2011)


Anfang und Ende sind wie Du und ich;

ohne einander können sie nicht sein

Schwarz und Weiß ergänzen sich

wie Regen und Sonnenschein
 

Unser Leben ist das reinste Kontrastprogramm;

genieße es zu jeder Zeit

Verschiebe das jetzt Mögliche nicht auf Irgendwann,

auch wenn Du denkst, Du bist dazu noch nicht bereit

 

Tränen und Schmerz werden Dich auf Deinem Weg begleiten;

so manches Mal wirst Du an Deine Grenzen gehen

Aber ich werde in Liebe an Deiner Seite schreiten

und gemeinsam werden wir das Licht am Ende des Tunnels sehen

(Manfred Krellenberg, 27.03.2011)


Mein Schlitten

Wenn ich dich sehe, dann wird mir ganz warm ums Herz

Mit dir verbinde ich größte Freude, aber auch manchen Schmerz!

Treu hast du mich durch meine Kindheit begleitet

und mir während dieser Zeit unendlich viel Spass bereitet!

Wie viele andere Schlitten sah ich in die Brüche gehen,

doch du bist scheinbar mit ewigem Leben versehen!

Hast mir auch unsanften Umgang mit Dir stets verziehen,

- ja, du bist immer heil geblieben!

Du hast schon meinem lieben Vater treu gedient

und machtest dich bereits 1940 sehr verdient

Bliebst von den Folgen des Krieges verschont

und hast deinen Besitzer mit deiner Treue belohnt!
 
Als ich geboren wurde, da hast du schon gewartet auf mich

Ich war so glücklich, als meine kleinen Kinderaugen zum ersten Male sahen dich!

Habe dich gleich ganz fest in mein Herz geschlossen,

vielleicht sind vor Freude sogar ein paar Tränen geflossen!

„Pass gut auf den Schlitten auf", sagte mein Vater zu mir,

„versprich mir das – und er gehört nun Dir"!

Ein breites Lächeln war meinem Vater Wort genug

und fortan mein Schlitten mich treu auf seinem Rücken trug

Tausende Male brachte er mich heil die steilsten Hänge runter

- ja, mit ihm erreichte ich fast jedes Ziel glücklich und putzmunter!

Als mein Sohn Florian wurde geboren,

da wurdest du, mein Schlitten, auserkoren,

ihn durch seine Kindheit zu begleiten

und ihm die gleiche Freude zu bereiten,

die du schon meinem Vater und mir hast gegeben

- und ich bat dich, bereit zu sein für ein neues Leben!

Mein Schlitten, du hast auch den Florian nie im Stich gelassen;

stets konnte er sich auf dich verlassen!
 
Und als mein Sohn Tim erblickte das Licht der Welt,

da brauchte ich für einen Schlitten nicht einen Pfennig Geld,

denn ich hatte dich, meinen treuen Wegbegleiter

- und so wurde der jüngste Spross nun zu deinem Reiter

Hast auch Tim getragen zu jeder winterlichen Zeit

und ihn so manches Mal von den Sorgen des Alltags befreit

Du wirst es hoffentlich auch für meine Enkel tun

Mein Schlitten, deine Zeit ist noch längst nicht gekommen, um für immer zu ruhen

(Manfred Krellenberg, 01.05.2011)


Komm und gib mir Deine Hand,

lass uns gemeinsam in den Sternenhimmel schauen

Stehen unsere Füße auch auf sicherem Land,

schenkt unseren Seelen nur das Licht Vertrauen

Mit offenen Augen fangen wir an zu träumen

von Dingen, die wir noch nicht verstehen

Aber die Liebe wird es nicht versäumen,

uns mit entsprechendem Wissen zu versehen

Er ist so heilend, der Blick auf das Sternenzelt;

Sorgen schrumpfen bis zur Bedeutungslosigkeit

Ich würde geben alles Geld und Gold der Welt

für eine Reise mit Dir in die Unendlichkeit

(Manfred Krellenberg, 07.05.2011)


 
Es ist nicht leicht, den Nebel des Alltags zu durchdringen

und das schreckliche Grau des Lebens zu bezwingen

Das Land der bunten Farben ist wahrlich schwer zu finden,

wenn Sorgen lassen die Sicht auf die innere Sonne schwinden

 

Atlas, Kompass, Radar und Fernglas helfen nicht,

wenn Glück und Lebensfreude sind außer Sicht

Und auch das beste GPS-Gerät zeigt Dir nicht an,

wo die Vielfalt der Farben gefunden werden kann
 

Alles Geld und Gold der Welt können diesbezüglich nichts bewegen;

es besitzt nicht die Macht, das Grau aus dem ICH zu fegen

Promi-Status, Adels- und Doktortitel sind keine Garantie

für ein Leben in Zufriedenheit und farblicher Harmonie
 

Dein wirkliches Kapital ruht in Deinem tiefsten Innern

Kehr´ in Dich und versuch´ Dich zu erinnern,

wie viele Farben Deine Seele hat bereits gesehen,

die optisch sind zurzeit nicht wahrzunehmen
 

Vertraue Deinem Licht des Lebens und lass Dich führen,

dann kannst Du die Kraft der wahren Liebe spüren

und die schönsten Farben mit Deinem geistigen Auge sehen,

so dass alles Grau wird von Dir gehen

 
(Manfred Krellenberg, 12.05.2011)


Sommernacht

Zärtlich greife ich nach Deiner Hand
und spüre alle Sorgen schwinden
Lass uns reisen in unserer Träume Land
und dessen Grenzen überwinden

Duftendes Gras ist das Parfum der Sommernacht
und voller Sehnsucht atmen wir es ein
Dieses Fleckchen Erde ist nur für uns gemacht
und so lass uns hier nun glücklich sein

Niemand sieht unsere Kleider fallen
und nur wir beide hören die Stimmen der Ekstase
Sanft- und lustvoll sich meine Finger in Deinen Körper krallen
als Vorboten der nun kommenden schönsten Phase

Zeitgleich wir das Land unserer Träume sehen
als Amor unsere Liebessäfte raubt
So fest umschlossen wir in dieses Paradies nun gehen
wie es nur für Verliebte ist erlaubt

Komm und öffne Deine Augen
Du wirst unzählige Sterne sehen
Kannst in das Antlitz der Liebe schauen
und mit mir gemeinsam die Unendlichkeit begehen

(Manfred Krellenberg, 23.05.2011)


Hiroshima

Den Namen „Little Boy“ hat man dir gegeben,
doch ein „kleiner Junge“ warst du nicht
Hast ausgelöscht zigtausende Leben,
als du zeigtest dein hässliches Gesicht

Es waren Menschen aus Fleisch und Blut,
die dich zusammenbauten
Sie trugen aus des Teufels Brut,
schon als sie auf deinen Konstruktionsplan schauten

Verstand und Liebe blankes Entsetzen spürten,
als die ENOLA GAY dich deinem Schicksal übergab
Dunkelste Mächte dich in die Tiefe führten,
auf Hiroshima hinab


(In Gedenken an die Opfer, die der Abwurf der Atombombe "Little Boy" auf Hiroshima forderte)

Manfred Krellenberg, 06.08.2011

S c h i f f  d e r  T r ä u m e

Balsam für die Seele nehme ich an Bord,

als ich auf das Schiff der Träume gehe

Geborgenheit empfängt mich an jenem Ort,

den ich als Heimat meiner Wünsche sehe

 

Dankbar sich meine Blicke auf die Wellen richten,

welche mein Schiff ganz sanft umspülen

Schönste Erinnerungen den Anker lichten

und mich auf das Meer der Liebe führen

 

Die lachenden Gesichter meiner Eltern,

ich sehe sie in jedem Augenblick

Sehnsüchte in meinen Träumen blättern;

sie wünschen sich die damalige Zeit zurück

 

Die Realität mich aus meinen Gedanken reißt,

plötzlich ich nicht mehr an Deck des Schiffes stehe

Aber zugleich sie mir die Richtung weist,

so dass ich hoffnungsvoll nach vorne sehe

 

Was einst ist gewesen, das ist und bleibt Vergangenheit,

auch wenn ich tausch´ im Traum die Räume

Alles im Leben hat seine Zeit

- doch ewig fährt das Schiff der Träume


  (Manfred Krellenberg, 14.08.2011)


Bilder des Lebens

Die wahren Bilder Deines Lebens

suchst Du in Fotoalben vergebens

Auf Festplatten wirst Du sie nicht finden,

kannst stöbern, bis Dir die Sinne schwinden

Im Keller kannst Du lange suchen,

auch auf dem Dachboden wirst Du fluchen,

weil du nicht fündig wirst

und erfolglos durch die Gegend irrst

Doch schaust Du ganz tief in Dich hinein,

wirst Du gleich ganz glücklich sein

In Deinem Geiste sind sie abgespeichert,

Du hast mit jedem Bild Dich selbst bereichert

Jeder Traum greift auf sie zurück,

so dass Du hast stets Dein ICH im Blick

Die Bilder unseres Lebens kann uns niemand stehlen,

sie sind für immer eingebrannt in unseren Seelen

(Manfred Krellenberg, 03.09.2011)


DANKE für jeden Augenblick,

auch wenn er schmerzlich war

Ich schaue gern zurück,

denn das Erlebte stellt das von mir Gewünschte dar
 

Genau dafür wurde ich geboren,

nur deswegen kam ich auf diese Welt

Ich habe nie verloren

und was ich gewinne, ist wertvoller als alles Geld
 

Für diese Erfahrungen bin ich hier,

jede Einzelne ist mein Dasein wert

Es ist Zeit zu danken Dir

für Alles, was mir widerfährt

(Manfred Krellenberg, 07.09.2011)


Unsere kleine Welt

Wo auch immer die Wiege Deines Lebens steht,
ist letztlich nicht von Bedeutung
Wie stolz Deine Flagge auch in Deinem Herzen weht,
am Ende schenkt Dir etwas Anderes Hoffnung


Wenige Meter über uns sind Grenzen nicht mehr zu sehen,
sind Schlagbäume nicht mehr zu erkennen
Der Blick von oben gibt uns zu verstehen,
wie wenig uns nationale Symbole wirklich trennen


Schaue auf unseren blauen Planeten,
ist er nicht wunderschön?
Schaff´ keinen Platz für Hass und Raketen
und lass uns friedvoll und in Liebe in die Augen seh´n

(Manfred Krellenberg, 08.09.2011)


Wahrer Reichtum

Plattenbau oder Schloss,
letztlich ist es egal, wo man lebt
Das Glück reitet nicht nur auf hohem Ross,
es oftmals auch ganz in Bodennähe schwebt


Kartoffelsuppe oder Sechs-Gänge-Menü,
ist das für unser Leben wichtig?
Wenn wir halten zum Schluss Revue
sind Reichtum, Titel und Speisekarte nichtig


Nationalität und Geld sind nebensächlich,
nur auf unser Handeln kommt es an
Ein Lächeln, das kommt vom Herzen und ist ehrlich
sagt mehr, als uns alles Gold vermitteln kann

(Manfred Krellenberg, 12.09.2011)


K i n d  d e r  S e c h z i g e r 
 

Ich bin ein Kind der Sechziger

und denke so manches Mal an diese Zeit zurück

Je älter ich werde, umso häufiger

suche ich in meinen Erinnerungen mein Glück

 

Dann hole ich meine Fotoalben hervor

und blättere in meiner Vergangenheit

Voller Sehnsucht wandere ich durch jenes Tor,

das mich bringt zurück in die „gute alte“ Zeit

 

Hier darf ich wieder glücklich sein,

spüre ich, wie meine Eltern mich liebevoll in ihre Arme nehmen

In den Bildern meiner Kindheit finde ich jenen Sonnenschein,

nach dem mein Herz tut sich sehnen

 

Computer spielten keine Rolle,

Soft- und Hardwareprobleme gab es für mich nicht

Habe mich gewärmt in Mutters gestrickter Wolle,

die wahren Sorgen des Lebens waren noch nicht in Sicht

 

Mein Spielzeug war nicht ferngelenkt,

ich habe es noch mit Händen und Phantasie zum Leben erweckt

Für gute Schulnoten bekam ich ein Eis geschenkt,

Oma und Opa haben meinen Kleingeldbedarf gedeckt

 

Ich suche so manches Mal Halt in meinen Träumen,

die immer öfter kommen auch am Tag

Geborgenheit empfinde ich in jenen Räumen,

die ich so gerne in mir besuchen mag


(Manfred Krellenberg, 12.10.2011)


Flaschengeist



Das Grau des Lebens beginnt zu verschwimmen,

mit jedem Schluck ein bisschen mehr


Die Farben scheinen an Intensität zu gewinnen,

das Leben ist gar nicht mehr so schwer


Die Sorgen von eben sind schon Vergangenheit,

der Flaschengeist hat sie aus meinem ICH gespült


Ich flüchte mich aus der realen Zeit,

ich suche jemanden, der mich versteht



Meine Lieblingslieder rühren mich zu Tränen,

ich spüre, wie sie die Wangen runterlaufen


Für meine Gefühle tue ich mich nicht schämen,

mögen all meine Probleme in ihnen ersaufen


Der Sommer meines Lebens ist wieder gegenwärtig,

ich bade in glücklichen Erinnerungen


Die unerbittliche Wirklichkeit macht mich nicht mehr fertig,

Prozente und Promille sind meine Lösungen



Doch ist es wirklich das, wonach ich Ausschau halte;

ist der geistige Nebel das, wonach ich suche?


Ich wünsche mir, dass ich mein Leben wieder so gestalte,

dass ich mein Spiegelbild nicht mehr verfluche


Vielleicht bist Du es, der mir zeigt,

wer ich tatsächlich bin und wie schön das Leben wirklich ist


Hoffentlich bist Du dazu bereit,

ich würd` Dir sagen, dass Du mein Retter bist


Sonnenuntergang am Meer

 
Die Sonne hat ihr Tagewerk getan,

sie versinkt am Horizont und geht jetzt schlafen

Pünktlich, ganz nach Plan,

verlässt sie ihren Platz, wie ein Schiff den Hafen


 
Ihr Farbenspiel fasziniert mich sehr,

meine Augen sind erfüllt von großem Glück

In ihrem schönsten Kleid taucht sie ein ins Meer

Sonne, bitte komme bald zurück



Die Dunkelheit bricht nun herein,

schon bald kann ich die Sterne sehen

In ihrem Licht und im Mondes Schein

möchte ich nun träumen gehen



Lebensfrohe Bilder begleiten mich in meinen Schlaf,

in den ich jetzt und irgendwann für immer gehe

Dass ich voller Zuversicht sein darf,

sagt mir die Sonne, die ich am Morgen wieder aufgehen sehe    
        


Manfred Krellenberg, 15.10.2011)


Die Kraft der Sterne

Wenige Meter noch, dann habe ich mein Ziel erreicht

Schon merke ich, wie aller Stress von mir weicht

Ich schalte den Motor aus und lausche;

es ist die Stille in dieser Nacht, an der ich mich berausche

 

Den Lärm meiner Stadt habe ich verlassen,

jetzt wird der Alltag aus meinem Bewusstsein entlassen

Kühle Luft streichelt mich, als ich aus meinem Wagen steige

Ich fühle, wie der Einfluss meiner Sorgen geht zur Neige

 

Tiefe Dunkelheit lässt mich das Himmelszelt genießen

Vergessen sind die Tränen, die ich muss so manches Mal vergießen

Das, was mich hin und wieder innerlich zerbricht,

wird jetzt überstrahlt von schönstem Sternenlicht

 


Wahrheit und Liebe sind hier zu finden

und lassen allen Schmerz in der Unendlichkeit verschwinden

Unzählige Sonnen bringen meine Seele zum Beben

und geben mir zu verstehen, wie schön es ist, zu leben
  

(Manfred Krellenberg, 29.10.2011)


Feder im Wind 

Das ewige Licht ließ mich auf diese Erde schweben

Ein zarter Hauch der Liebe erweckte mein Herz zum Leben

Was zuvor mag sein gewesen, habe ich vergessen als neugeborenes Kind

Wieder einmal durfte ich sein unbefleckt, wie eine weiße Feder im Wind

 

Liebevolle Eltern habe ich; sie kümmern sich sehr um mich

Weder Mutter noch Vater ließen mich je im Stich

Wenn ich anfing zu fallen, waren sie da mit ihrer Hilfe ganz geschwind,

so dass ich mich fühlte immer unbeschwert, wie eine Feder im Wind

 

Auf eigenen Füßen stehend, konnte ich bisher manch wertvolle Erfahrung machen

Dankbar bin ich, nach überstandenem Sturm wieder dürfen zu lachen

Dass alle Probleme und Sorgen zu bewältigen sind,

sagt mir die Schönheit des Lebens, wie eine tanzende Feder im Wind

 

Und dennoch wird die Zeit kommen, wo sich nichts mehr bewegen mag

und alle Lebenslüfte legen absolute Stille an den Tag

Doch wenn die Kräfte irgendwann zu Ende sind,

streichelt mich wieder das ewige Licht, sanft wie eine Feder den Wind

(Manfred Krellenberg, 23.10.2011)


Frühmorgendlicher Strandspaziergang 

Ganz einsam gehe ich am Strand entlang,

keine Menschenseele weit und breit

Nur Wellenrauschen und Möwengesang

begleiten mich zu dieser Zeit

 

Ich lasse frischen Wind um meine Nase wehen,

das Grau des Alltags geht in bunte Farben über

Ich spüre, wie meine Sorgen von mir gehen,

kleiner werden sie, schon steh ich drüber

(Manfred Krellenberg, 19.10.2011)


I n   m e i n e n   T r ä u m e n

Glücklich, aber auch müde bin ich,

ein anstrengender Tag liegt hinter mir

Meine Augen schließen sich,

um nun zu betreten mein geistiges Revier

 

Noch bevor ich ganz tief träume,

lege ich die Fesseln meines Daseins ab

Vollkommen frei von Zwängen sind jene Räume,

die ich für meine Seele auserkoren hab´

 

Verstand und Logik sind hier ausgeschaltet,

irdische Gesetze gelten nicht

Einzig die wahre Liebe hier gestaltet

das Miteinander im reinsten Licht

 

Wessen Herz schon längst hat aufgehört zu schlagen,

ist hier überhaupt nicht von Belang

Niemand tut nach dem Gestern fragen,

jeder Sonnenstrahl wird begleitet von schönstem Klang

 

So gerne hier für immer bleiben möchte ich,

aber die Zeit dafür ist noch nicht gekommen

Meine Augen werden bald schon wieder öffnen sich,

ganz geschwind komme ich zurück in diese Dimension geschwommen

 

Ich wache auf und recke mich,

Körper und Seele sind bereit für den neuen Tag

Licht des Lebens, ich liebe Dich;

bist Du doch stets bei mir, was auch immer kommen mag

(Manfred Krellenberg, 26.11.2011)


Der blaue Ballon

40 Jahre ist´s fast her, als ein blauer Ballon ging auf seine Reise
Versehen mit meinem Namen und meiner Adresse verließ er Bad Schwartau still und leise
Ich schaute ihm nach, wie er in die Wolken stieg
und ich sagte: Flieg´, mein Ballon, flieg´

Begleitet von meinen Wünschen, entzog er sich meiner Welt
Immer kleiner wurde er, als er flog in Richtung Himmelszelt
Schon ließ er sich treiben von den Winden
und ich fragte mich: mein Ballon, wer wird es sein, der dich wird finden?

Viele Wochen vergingen, der Weitflugwettbewerb schien vergessen,
- längst hatte ich andere Interessen -
als ich Post erhielt aus der Hansestadt Stralsund
- dass mein Ballon wurde gefunden, tat der Brief mir kund!

In der DDR war er gelandet, am Fischland Darß´s Strand
Du warst es, der meinen blauen Ballon fand!
Freudestrahlend schrieb ich Dir zurück;
Jens, meine Zeilen spiegelten wider mein ganzes Glück!

Die zwei Jahre Altersunterschied waren kein Problem
und so ließ der blaue Ballon eine wunderschöne Freundschaft entsteh´n
Wir schrieben uns regelmäßig, schickten uns auch manches Paket
und waren füreinander das, was man als echten „Kumpel“ versteht

Jens, dass die Platte von Udo Lindenberg kam bei Dir nicht an,
ich erst in der heutigen Zeit so richtig nachvollziehen kann
Dass auch verboten war der für Dich bestimmte Zwanzig-D-Mark-Schein,
hatte Mutter mir gesagt – und dennoch ließ ich es nicht sein

Die Widrigkeiten zwischen West und Ost gingen vollends an uns vorbei
Ich hörte Dich, auch wenn die innerdeutsche Grenze sollte unterdrücken manchen Schrei
Wie gern hätte ich Dir schon als Kind meine Hand auch körperlich gereicht
- Manches wäre anders gekommen vielleicht

Welch´ große Freude tobte schließlich in mir,
als ich war zum ersten Mal bei Dir!
In Deinem Stralsunder Heim hast Du mich herzlich empfangen,
wie schön, dass keiner von uns war in einem politischen Korsett gefangen

Wir haben die Wiedervereinigung gefeiert und gelebt,
schon bevor diese seit 1990 real besteht
Dass nach meinem Besuch fehlten sämtliche Aufkleber an meinem Opel Kadett,
machte ein Lächeln von Dir auf so schöne Weise wieder wett

Ich weiß noch, wie ich zum ersten Male fuhr in einem Trabant
und Du, Jens, hast mich dabei auf das Negativ gebannt
Da saß ich nun am Steuer
und als der Trabbi sich in Bewegung setzte, war mir nicht ganz geheuer

Mein Freund, es gibt so viele Geschichten, die uns verbinden
Viel zu viele sind es, als dass sie könnten all´ Erwähnung finden
in diesen Zeilen, die voller Liebe sind für Dich
Wenn Du doch bloß könntest jetzt umarmen mich!

Mit 44 Jahren bist Du viel zu früh von dieser Welt gegangen
Lange Zeit war ich in meiner Trauer gefangen,
als man mir sagte, dass Dein Herz hat aufgehört zu schlagen

Jens, der blaue Ballon hat ewige Freundschaft zu uns getragen!


Dieses Gedicht ist Jens Behrens (1962-2006) gewidmet.
In Stralsund hat er einst gewohnt
In der Ostsee wurde er bestattet
Und in der Tiefe meines Herzens bleibt er für immer!

(verfasst am 20.11.2011, "Totensonntag", von Manfred Krellenberg)

Jens Behrens

 
Jens Behrens


Da saß ich nun in einem Trabbi.... und mein Freund Jens hielt dieses Ereignis fotografisch fest


M e i n   S t e r n

Die letzten Wolken ziehen an mir vorbei; nichts schränkt ein mehr meine Sicht

Diesen Augenblick habe ich ersehnt herbei; meine Augen werden liebkost von schönstem Licht

So viele Sonnen wärmen mich, ich vermag sie nicht zu zählen

Doch mein Herz hat längst entschieden sich; es braucht nicht mehr zu wählen

  

Und so blicke ich auf diesen einen Stern; wie wunderschön er ist!

Reinstes Licht strahlt aus seinem Kern; ich möcht´meinen, dass Du es bist

Meine Seele vibriert vor Glück, in Gedanken streichle ich sanft Dein Haar

In Liebe denke ich an jene Zeit zurück, die einmal die Unsere war

 

Wie viele Planeten mögen Dich umkreisen, wie weit magst Du sein entfernt von mir?

Sag, wann darf ich zu Dir reisen; wann ist die Zeit gekommen, wenn Dort ist Hier?

Bitte hilf mir dabei, den für mich bestimmten Weg zu gehen

und dann lassen Du und ich, wir Zwei, einen neuen Stern entstehen

(Manfred Krellenberg, 26.11.2011)


B l u m e  a m  W e g e s r a n d

 

So viele Menschen gingen an dir vorbei, kaum einer von ihnen hat dich beachtet

Ihre Augen haben so viel Anderes, sie haben nur nicht dich betrachtet 

Blume am Wegesrand, du hast für Alle deine Blütenpracht zur Schau getragen,

doch es kam Niemand, um dir dafür seinen Dank zu sagen

  

Hätten wir Menschen deinen Worten lauschen können, vielleicht würde es dich noch geben

Aber wir sind noch nicht so weit, dich zu hören und zu achten alles Leben

Derjenige, der dich ganz unsanft aus deinem Erdreich riss

und dich ein paar Meter weiter gedankenlos auf den Boden schmiss,

wusste nicht wirklich, was er tat;  sei dessen gewiss

 

Vielleicht tröstet es dich, dass wir Menschen noch sehr unreif sind

und erst noch lernen müssen, dass wir ALLE sind der wahren Liebe Kind

Blume am Wegesrand, du warst so hübsch anzusehen

Verzeih´, dass du musstest viel zu früh aus deinem Leben gehen

(Manfred Krellenberg, 10.12.2011)


W E I H N A C H T S B A U M

„Was wünscht du dir zu Weihnachten?“, höre ich dich fragen

„Etwas zum Lesen, eine CD oder einen Tank-Gutschein für deinen Wagen?“,

sprichst du, noch bevor ich kann dir meine Antwort sagen

 

Deine Augen schauen mich voller Liebe an

So schön sind sie, dass ich Dich eigentlich nicht belügen kann

Und doch bin ich nicht ganz ehrlich gegenüber dem „Weihnachtsmann“

 

Gewiss, das Buch, dessen Titel ich dir nun nenne, wollte ich immer schon lesen

- wie jenes Werk, das im letzten Jahr ist unter dem Gabentisch gewesen

Aber ich wäre auch nicht traurig, wenn es ginge nicht über den Ladentresen

 

Dass du ein Leben rettest, das wäre meine Bitte an Dich!

Komm an meine Hand und begleite mich

dorthin, wo die Kinder der Liebe treffen sich

 

Schau, wie viele hübsche Tannen hier stehen,

doch auch sie müssen aus unserer Mitte gehen,

weil Menschen möchten sie für ein paar Tage in ihrem Hause sehen

 

Glaubst du, dass Tannen dafür bestimmt sind,

sich jahrelang biegen zu lassen vom Wind,

um Weihnachten zu sterben für unser Christuskind?

 

Ist es richtig, dass diese Tannen wurden gesetzt,

damit der Mensch nun jenes universelle Recht auf LEBEN verletzt,

das auch Gültigkeit hat im HIER und JETZT?



Guck, wie wunderschön sind diese Bäume

Sie sollten nicht schmücken unsere Wohnzimmerräume,

denn auch diese Wesen haben ihre Hoffnungen und Träume!

 

Ich wünsche mir, dass auch du so denkst wie ich

Es wäre so schön, du würdest beschenken mich

mit dem Verzicht auf einen „echten“ Weihnachtsbaum  – alle Tannen würden lieben Dich!

(Manfred Krellenberg, 16.12.2011)


Ich bin  hier Gast, für eine bestimmte Zeit

- wie gut, dass ich nicht weiß, wie lange

In einer Februar-Nacht machte ich mich bereit,

um geboren zu werden mit Hilfe einer Zange

 

Ich habe es gewollt, auf diese Welt zu kommen;

glücklich bin ich, dass ich mich dafür entschieden habe

Doch woher meine Seele kam geschwommen

- das bleibt in diesem Leben immer eine Frage

 

Wenn die letzte Erfahrung auf Erden ist gemacht,

habe ich mein Ziel im Hier und Jetzt erreicht

Dann zieht sich die Seele zurück ganz sacht´,

friedvoll mein ICH aus meinem Körper weicht

 

Nach Hause zu kommen ist unendlich schön;

ich freue mich, wenn´s wieder heimwärts geht

Doch hoffe ich, dass bis zu diesem Wiederseh´n

noch manch´ Sturm der Liebe in meinem Herzen weht

(Manfred Krellenberg, 21.12.2011)


Lege deinen Pass beiseite;
Nationalität ist sekundär
Kein Ausweis führt dich in jene Weite,
nach der dein Geist sucht so sehr

Im Namen des Volkes nimmst du manches Urteil hin,
doch auch ein Oberster Gerichtshof spricht nicht immer Recht
Deine Beichte macht nicht wirklich Sinn,
wenn dein Handeln bleibt genauso schlecht

Auf dem Konto sind nur Zahlen,
im Portemonnaie sind nur Papier und Metall
Mögen noch so viele Orden und Sterne auf der Uniform erstrahlen,
am Ende kommt auch der stolzeste Träger zu Fall

Entledige dich deiner Kleidung,
schau dich an, nackt wie du bist
Ist es nun von Bedeutung,
ob ein Doktor- oder Adelstitel dein Eigen ist?

Sieh dich an, du bist aus Fleisch und Blut,
sterblich und hier nur Gast
Es wird nicht gefragt nach Hab´ und Gut,
wenn du am Tor des ewigen Lichtes geläutet hast

Was du auch immer auf Erden säst, 
wirst du vielleicht auch einmal ernten müssen
Aber auch wenn du das jetzt noch nicht verstehst,
wird die Liebe dich wieder in ein neues Leben küssen

Wir Menschen haben noch so viel zu lernen!

(Manfred Krellenberg, 31.12.2011)


Z u h a u s e

Ich schlafe, träume, suche

und tue keine Mühen scheuen

Ich  schreie, weine, fluche,

denn ich kann mich nicht freuen

ohne mein Zuhause
 

Ich frage, lausche, höre,

doch was man mir sagt, versteh´ ich nicht

So viele Hindernisse ich auch zerstöre,

es kommt nicht in Sicht

- mein Zuhause
 

Orte, Straßen, Wege, Plätze;

ihre Namen machen keinen Sinn

Ich renne, haste, hetze,

doch ich komme nicht dorthin

- unerreicht bleibt mein Zuhause

 
Ich  recke, strecke und freue mich,

als beendet ist der schreckliche Traum

Ich streichle, spüre und liebe Dich,

denn tief in Deinem Herzen ist jener Raum,

wo ich zuhause bin
 

Du bist meine Heimat,

Du bist die Liebe meines Lebens

(Manfred Krellenberg, 07.01.2012)













 
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