Einer Einladung des Admirals a.D. Titta (Präsident I.M.C., A.N.M.I.) folgend, begab ich mich am 17. September 2005 an Bord des im Hafen von La Spezia liegenden Zerstörers ARDITO, um an einer Gedenkveranstaltung für alle auf See gebliebenen Menschen teilzunehmen.
Zerstörer ARDITO
Im Rahmen dieser Zeremonie wurde es mir ermöglicht, das Wort zu ergreifen und den aus verschiedenen europäischen Ländern kommenden Versammlungsteilnehmern das traurige Schicksal der JUMINDA und deren Besatzung vorzutragen (meinem ehemaligen Bad Schwartauer Realschul-Lehrer Herrn J. Mietzelfeld, der mir die Rede in die englische Sprache übersetzte, ein herzliches Dankeschön!)
Das Ehepaar Brill, welches ebenfalls zur Gedenkveranstaltung für die auf See Gebliebenen eingeladen war, vor dem Zerstörer ARDITO
Die Kränze für die auf See Gebliebenen werden dem Mittelmeer übergeben
Frau und Herr Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill mit Dr. Alessandro Dondoli (Mitte) im Hafen von Santa Liberata (bei Porto Santo Stefano)
Am nächsten Morgen hatte ich dann Gelegenheit, zusammen mit Dr. Alessandro Dondoli sowie Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill (Sohn des am 22.10.1943 gefallenen JUMINDA-Kommandanten Dr.-Ing. Karl-Friedrich Brill) und seiner Ehefrau Susanne (welche am Vortag ebenfalls an der Zeremonie auf dem Zerstörer ARDITO teilgenommen hatten) die Sinkstelle des Minenschiffes aufzusuchen.
Mit einem motorisierten Schlauchboot brachte uns Claudio Amerini, der das Wrack der JUMINDA im Jahr 2002 gefunden hat, zum Ort der Tragödie.
Es war ein unvergesslicher Augenblick, als auf dem Bildschirm des Sonar-Gerätes das Wrack-Profil der JUMINDA sichtbar wurde. Knapp 100 Meter unter uns lag nun das durch zwei Torpedotreffer versenkte Fahrzeug, das zum nassen Grab für die meisten Besatzungsangehörigen wurde.
Nach einer kurzen Ansprache übergaben wir der See Blumen und gedachten den Opfern des Schiffsuntergangs. Lange blickten wir dem Gesteck, das von den Wellen langsam fort getrieben wurde, hinterher.
In tiefer Trauer, aber auch in der Hoffnung, dass diese Menschen ihren Frieden gefunden haben, nahmen wir dann wieder Kurs auf den Hafen von Santa Liberata (unweit Porto Santo Stefano), wo Claudio Amerini uns ein von ihm gefertigtes Video vom Wrack der JUMINDA präsentierte und das Versprechen gab, die ihm von uns überreichte Gedenkplatte auf dem Minenschiff niederzulegen.
Mein großer Wunsch - einmal die Sinkstelle der JUMINDA zu besuchen und sich dem Vater meiner Mutter ganz nah zu fühlen - hat sich erfüllt. Der Deutsche Marinebund und die ASSOCIAZIONE NAZIONALE MARINAI D´ITALIA (A.N.M.I.) sowie meine Freunde Dr. Alessandro Dondoli, Claudio Amerini und das Ehepaar Brill haben maßgeblich zur Realisierung beigetragen. Ich bin ihnen, aber auch jener göttlichen Macht, die mich zu diesem Ort führte, zu ganz besonderem Dank verpflichtet.
An der Untergangsstelle der JUMINDA
Wenn Ihnen diese Homepage gefallen hat, würde ich mich über Ihren Eintrag im Gästebuch freuen. Herzlichen Dank!